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von Carl Zuckmayer | Regie: Burkhard C. Kosminski | Premiere am 6. Februar 2010 | Schauspielhaus

Im Zentrum des Erfolgsstückes von Carl Zuckmayer steht Harras, ein General, der sich wegen seiner Liebe zur Fliegerei mit den Nazis eingelassen hat. Dieser Flieger erscheint als deutscher Held, ein Kerl von echtem Schrot und Korn, ­aufrichtig, trinkfest und dazu ein Weiberheld, gewiss kein Nazi, doch eben ihr Handlanger. Mitten im Krieg, mitten in Nazideutschland spielt sich nun das Drama ab. Eine Reihe von Abstürzen eines neuen Flugzeugtyps beunruhigt die Führung der Wehrmacht. Harras, auch für die Materialkontrolle verantwortlich, soll die Ursache finden. Er wird verhaftet, dann wieder freigelassen mit der Auflage, innerhalb von zehn Tagen die Schuldigen der Sabotage ausfindig zu machen. In dieser Situation gesteht ihm sein engster Mitarbeiter Oderbruch, dem Harras stets volles Vertrauen schenkte, dass er, als Akt des Widerstands gegen den Wahnsinn des Hitler-Kriegs, die Abstürze verursacht hat. Um Oderbruch zu schützen und den Widerstand gegen Hitler zu stärken, startet Harras selbst mit einer dieser defekten Maschinen ...
Das Stück, das 1946 in Zürich uraufgeführt wurde, hat mit zum Weltruhm des Autors beigetragen. Die Fragen, die Zuckmayers Drama aufwirft, lassen sich nicht auf das Dritte Reich beschränken. Sie stellen sich auch uns immer wieder. Dabei lässt sich die Frage nach der Zivilcourage oder die nach der Rechtfertigung von (unschuldigen) Opfern eines legitimen Widerstands gegen ungerechte Verhältnisse nicht auf die Sphäre der Politik beschränken. Tyrannen gibt es überall. Und mutige Menschen, die sich ihnen entgegenstellen, ebenso.

Burkhard C. Kosminski, einer der großen Geschichtenerzähler auf den deutschen Bühnen, ist Schauspieldirektor am Nationaltheater Mannheim, hat sein Regiehandwerk in New York gelernt, inszenierte u. a. an der Schaubühne Berlin, am Schauspiel Frankfurt, in Düsseldorf, Dortmund, New York und Los Angeles und wird das Stück aus der Perspektive eines rauschhaften Albtraumes heraus inszenieren. Ein Albtraum, der zeigen könnte, wie nahe und wie menschlich das Feiern und das Fallen nebeneinander liegen. Und wehe, man erwacht aus diesem Traum und es ist ein 13. Februar in Dresden.

Dauer der Aufführung: 2 ½ Stunden, eine Pause

Besetzung:

Harras, General der Flieger: Tom Quaas
Friedrich Eilers, Oberst und Führer einer Kampfstaffel: Philipp Lux
Hartmann, Fliegeroffizier: Benjamin Pauquet
Sigbert von Mohrungen, Präsident des Beschaffungsamtes für Rohmetalle: Albrecht Goette
Baron Pflungk, Attaché im Außenministerium: Dominik Schiefner
Dr. Schmidt-Lausitz, Kulturleiter: Philipp Otto
Oderbruch, Ingenieur im Luftfahrtministerium: Thomas Eisen
Anne Eilers: Annedore Bauer
Waltraut von Mohrungen, genannt Pützchen: Annika Schilling
Diddo Geiss: Antje Trautmann
Buddy Lawrence, ein amerikanischer Journalist: Falilou Seck

Regie Burkhard C. Kosminski
Bühne Florian Etti
Kostüm Sabine Blickenstorfer
Musikauswahl und Bearbeitung Hans Platzgumer
Musikalische Einstudierung Dominik Schiefner
Licht Michael Gööck
Dramaturgie Jens Groß