Ich bin die Friedliche, nicht immer Frieden stiftende und habe bereits neun Schübe erlebt. Ein Schub kommt angeblich alle sieben Jahre und lässt das Altern besonders im Gesicht deutlich werden. Das ignoriere ich besonders gern bei gutem Licht und ebensolchem Makeup. Ich habe 40 Jahre auf den Brettern, die die Welt einer Lehrerin bedeuten, gestanden. Mein Talent zum Spielen, Singen, Tanzen konnte ich in fröhliches Lernen umsetzen. Heute, agile Großmutter, spiele ich Theater. Meine grauen Zellen trainiere ich beim Textlernen. Ich tue endlich, was ich schon immer wollte.
Ich wurde 1962 in dieser wundervollen Stadt Dresden geboren. Inzwischen habe ich mir etwas Wissen angeeignet und verdiene mein Geld mit Malerei und Dekoration. Ich betreibe außerdem einen Geschenkservice für Männer. Meine vier Kinder und sieben Enkel gaben mir den Titel „Großartige Mama und Oma“. Ich bin verheiratet und das sehr glücklich. Ich habe nie davon geträumt, mal auf einer Bühne zu stehen, aber es ist eine der interessantesten Erfahrungen, die ich je gemacht habe.
Ich bin geboren im Sternbild des Wassermanns, verheiratet mit einem Herrmann, die Familie vergrößert durch noch zwei Söhne. Angesichts dieser männlichen Dominanz muss ich, Mechthild – der Name bedeutet Macht und Kampf, manchmal ganz schön meine Frau stehen. Wenn ich nicht mehr stehen kann, setze ich mich auf mein Fahrrad und fahre auf dem Spree- oder Froschradweg durch meine bezaubernde Oberlausitzer Wahlheimat. Nur Genießer fahren Fahrrad. Für so manche Wegstrecke habe ich seit nunmehr 32 Jahren einen treuen Mitradler.
Ich wurde 1960 in Wuppertal geboren und wuchs in Hamburg auf. Dort kam ich in meinen Teenagerjahren in Berührung mit der Frauenbewegung und den vielen politischen Gruppierungen, die sich dann in der „Bunten Liste“ – heute sind es „Die Grünen“ – zu einer sehr aktiven umweltpolitischen und sozialkritischen Bewegung vereinigten. Ich studierte Psychologie in Stirling / Schottland, wo ich insgesamt 5 Jahre lebte. Nach einem weiteren Studium sowie einer Psychotherapieausbildung in Hamburg arbeite ich heute als psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis in Tharandt, wo ich seit 1993 zusammen mit meinem Mann sowie meinen drei Kindern lebe. In den damals noch „wilden Osten“ verschlug es mich bereits Anfang 1991, da mein Mann ein waschechter Dresdner ist, der vor der Wende eher unfreiwillig als politisch Inhaftierter sein geliebtes Sachsen scheinbar für immer verlassen musste. Nach Öffnung der Mauer kam er aus Liebe zur Heimat und ich aus Abenteuerlust nach Dresden.
Ich bin 66 Jahre. Seit drei Jahren bin ich Rentnerin und kann jetzt ungehemmt meinen Hobbys und Interessen nachgehen. In meinem Arbeitsleben war ich als medizinisch-technische Assistentin tätig. Ich habe einen Sohn. Seit 20 Jahren genieße ich das ungebundene Leben eines Singles.
Ich heiße Julia Menzel und bin 1993 in Dresden geschlüpft. Schon früher gestikulierte ich in alten Kinderaufnahmen oder zog Fratzen vor dem Spiegel. Heute tobe ich mich auf unserer Schulbühne aus. Das Theater ist einfach eine ganz andere Welt: Es schenkt einem so viele Leben, in die man eintauchen darf. Man lernt, sich mit wichtigen Themen auseinander zu setzen und gemeinsam ein Ziel zu verfolgen. Dies kenne ich auch schon vom Fußballspielen – nur so kann man Tore schießen. Ich könnte mir vorstellen, später auf der Bühne oder im Operationssaal zu stehen. Oder beides. Ansonsten wünsche ich mir ein glückliches Leben.
Ich bin während eines Fronturlaubs im November 1942 entstanden. Pünktlich nach neun Monaten kam ich als nichtgewolltes Mädchen zur Welt. Ein Junge sollte es unbedingt sein, denn ich hatte bereits eine 3 Jahre ältere Schwester. Ich wuchs behütet auf. „Schule spielen“ war mein Lieblingsspiel, und so wurde ich Lehrerin – mit Herz und Seele, über 40 Jahre! Ich bin verheiratet, habe zwei Söhne, die ebenfalls kinderlieb sind. Nun bereiten mir meine drei Enkel viel Freude.
Ich bin 24. Im richtigen Leben mache ich: studieren, nebenbei arbeiten im Kindergarten / auf Kongressen / als Kellnerin ... Was ich sonst noch so ganz gerne mache: Quatsch, mit meinem geliebten Fahrrad an der Elbe langcruisen, lachen, mich mit Freunden treffen, draußen sein, Kino / Theater / Konzerte besuchen ... Besondere Kennzeichen: lache gern, mag Filinchen, verborge mein Fahrrad nicht, summe ständig irgendwas ... Was ich ganz gut kann: singen, zuhören, Mallorca machen ... Was ich zum Überleben brauche: musik!, liebe Menschen, Zitronenlimo. Lebensmotto: „Wer, wenn nicht ich? Wann, wann nicht jetzt?“
Meine bisherigen Rollen: 1954 ein kleines Mädchen in Polen, 1958 ein Flüchtlingskind in Bremen, Schulkind in Bochum und Duisburg. In der Apotheke Dr. Prinzenberg gab ich die junge pharmazeutisch-technische Assistentin; in den 70er Jahren spielte ich vorwiegend Rollen auf der Straße: Sitzstreiks und Demos für oder gegen etwas. Eine Nebenrolle als Abiturientin des zweiten Bildungsweges brachte den Durchbruch: ich bekam das Angebot, eine Studentin der Stadtplanung in Aachen zu spielen. Hier hatte ich auch meine stärksten Auftritte in der Frauenszene. Nach einem mehrjährigen Gastspiel in Kairo und Alexandria kehrte ich wieder nach Deutschland zurück und begann mit einer Festanstellung im Oberurseler Stadtplanungsamt. Später ging ich dann „rüber“ und hatte eine tragische Rolle im Dresdner Stadtplanungsamt. In Dresden lebe ich auch heute noch mit gelegentlichen Verpflichtungen auf unterschiedlichen Bühnen mit meinem schönen Mann, einer Tochter und einem Sohn.
Hauptberuflich bin ich Schülerin – ein wirklich anstrengender Job, nebenbei bleibt aber immer noch genügend Zeit fürs Theaterspielen. Gerade bin ich auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. 18 ist eine gruslige Zahl und mit vielen Pflichten verbunden. Dann heißt es nicht mehr: „Eltern haften für ihre Kinder!“ Da genieße ich doch lieber noch meinen letzten Monat als 17-Jährige.
Mit dem Aufruf von Melanie Hinz, die unterschiedliche Frauen aus Dresden für ihr Biografietheaterstück „FKK“ suchte, veränderte sich mein Leben. Ich bin jetzt 37 Jahre alt und arbeite seit 9 Jahren an der Freien Waldorfschule Dresden als Erzieherin. Kinder auf ihrem Lebensweg ein Stück begleiten zu können, ist für mich eine wunderbare Arbeit. Ich liebe das Meer, die Sonne, einmal im Jahr die Langsamkeit und Einfachheit im Urlaub, lache, singe und tanze gern. Ich habe das Glück, Mutter von zwei herrlichen Kindern zu sein, und trotzdem fehlte mir bisher etwas. Seit ich mit „FKK“ begonnen habe, entblättere ich mich selbst ein Stück, das ist spannend und macht mir sehr viel Spaß.
Ich bin auf den Straßen der Dresdner Neustadt groß geworden und habe dort die meiste Zeit gelebt. Schulen besuchte ich auch in anderen Stadtteilen und Bundesländern. Jetzt mache ich mein Abitur. Dass ich schon mein ganzes Leben immer irgendwo Theater gemacht habe, ist mir erst vor 2 Jahren aufgefallen, und seitdem suche ich mir Bühnen.
Ich wurde 1988 in Dresden, in der damals noch existierenden DDR, geboren. Ich habe einen älteren Bruder. 2007 schaffte ich, aus mir bis heute unerklärlichen Gründen, das Abitur am Bertolt-Brecht-Gymnasium Dresden. Danach verschlug es mich ans Puppentheater des TJG, wo ich eine Spielzeit lang Regieassistentin war. 2009 fing ich ein Studium der Anglistik und Kunstgeschichte an der TU Dresden an, und falls sich nicht demnächst etwas Besseres ergibt, werde ich meinen Bachelor machen und dann erst mal nach London oder Tel Aviv gehen. Ich bin bekennender Monty-Python- und South-Park-Fan, glühende Anhängerin des dänischen Films und Oscar-Wilde-Verehrerin. Zur Zeit lerne ich neben Englisch auch Dänisch und Hebräisch.
Ich bin 46 Jahre, Tochter, Schwester, Mama, Oma und seit 25 Jahren glücklich verheiratet. Ich bin gern Glucke und hoffe und denke, dass ich trotzdem meinen drei wunderbaren Töchtern Wurzeln und Flügel gegeben habe. Ich war op-Schwester, bin Diplom-Pflegewirtin, bald Mediatorin, und irgendwann möchte ich Friedensrichterin werden. Beim Einkaufen kenne ich mich mit Marken nicht aus. Es sei denn, es dreht sich um Bosch, Wera, Makita oder Mannesmann. Marie Curie hätte ich gern persönlich gekannt.
Ich wurde 1962 in Delmenhorst geboren, bin Archäologin und Selbst-Darstellerin in verschiedenen Kulturprojekten. Ich studierte Provinzialrömische Archäologie in Köln, Bonn, Bern und München. Seit 1999 bin ich unterwegs in ganz Sachsen. Seit 2004 nicht mehr von den Theaterbrettern zu bekommen, mal als Hure, Hexe oder schottischer Edelmann, auch mein Gesicht ist schon von so mancher optischen Linse eingefangen worden.
Heimat und Geburtsort: Dresden. Alter: 21. Lieblingsessen: Schnitzel mit Pommes, Apfelkraut auf Brötchen. Lieblingsbücher: Rilkes Gesamtwerk und „Ich hab die Unschuld kotzen sehen“. Musikgeschmack: Elvis Presley, Schostakowitsch und Rammstein. Äußerliche Merkmale: kurze, braune Haare – der Frisör meint, sie seien dunkelblond; schöne Hände – sanft, trotz festem Händedruck; interessante Augen – verspielt, mit unbestimmbarer Farbe und doch nie beeinflussbar. Wesen: undurchschaubar, zurückhaltend, dabei voller Offenheit und Neugier, nach Glück und Schmerz im Leben dürstend. Obsession: Der Triumph der Illusionen. Mittel: Der Triumph der Empfindsamkeit. Zweck: Der Triumph der Liebe. Lebensmotto: „Wer ein Wofür im Leben hat, der kann fast jedes Wie ertragen.“
Ich bin 64 und trage hier den ersten Nadelstreifenanzug meines Lebens. Als Ärztin aus Leidenschaft habe ich 24 Jahre im Ausland (Süddeutschland) gearbeitet. Wegen des vielseitigen kulturellen Lebens, der Freunde und der Herzlichkeit der Sachsen, bin ich zurück in die Geburtsstadt gekommen! Den Weg zur Bürgerbühne fand ich schon fünf Wochen nach meinem Hiersein. Ich habe Humor und eine Schwäche für die Schwachen.