Michail Bulgakow

Michail Afanassjewitsch Bulgakow wurde 1891 in Kiew geboren. Nach dem Abitur schrieb er sich an der medizinischen Fakultät in Kiew ein. Er heiratete seine erste Frau Tatjana Nikolajewna Lappa und schloss 1916 sein Studium ab. Er begann freiwillig im Krankenhaus des Roten Kreuzes zu arbeiten und trat seine erste Stelle auf dem Land an. 1918 zog das Paar nach Kiew, wo Bulgakow die unsichere politische Situation im Russischen Bürgerkrieg und die zahlreichen Machtwechsel innerhalb kürzester Zeit miterlebte. 1919 wurde Bulgakow als Militärarzt in die Weiße Garde in den Kaukasus einberufen, wo er auch als Reporter arbeitete. 1921 zog Bulgakow nach Moskau und begann, für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zu schreiben; die Erzählungen „Teufelei“ und „Die verhängnisvollen Eier“ entstanden, und auch die in Berlin erscheinende Exilanten-Zeitschrift „Am Vortag“ druckte vereinzelte Prosastücke von ihm. 1925 heiratete Bulgakow seine zweite Frau Ljubow Jewgenjewna Beloserskaja, schrieb die Erzählung „Hundeherz“, die nicht erscheinen durfte und den Auftakt zu seiner Verfolgung bildete, sowie seine Theaterstücke „Die Tage der Turbins“ (1925 / 26) und „Die Flucht“ (1926 / 28) über seine Erfahrungen im Bürgerkrieg. In dieser Zeit entwickelte er auch erste Ideen zu seinem Hauptwerk „Der Meister und Margarita“. Doch die Werke Bulgakows wurden nicht mehr veröffentlicht, seine Stücke verschwanden von den Spielplänen der Theater. In dieser ausweglosen Situation und auf Grund seiner fatalen materiellen Lage wandte sich Bulgakow an die politische Führung mit der Bitte, ihn emigrieren zu lassen oder ihm Arbeit zu besorgen. Er arbeitete bis 1939 kontinuierlich an verschiedenen Moskauer Theatern als Regieassistent, Regisseur, Librettist, Übersetzer und Schauspieler. 1929 traf Bulgakow Jelena Sergejewna Schilowskaja, die 1932 seine dritte Frau wurde. 1939 schrieb Bulga­kow ein Stück über Stalin, das entgegen den Erwartungen des Autors ebenfalls verboten wurde. Bulgakows Gesundheitszustand verschlechterte sich rapide, und er begann, seiner Frau die letzte Version des Romans „Der Meister und Margarita“ zu diktieren. Am 10. März 1940 starb Bulgakow, „Der Meister und Margarita“ blieb zu seinen Lebzeiten unveröffentlicht und konnte erst 1966, dank der unermüdlichen Bemühungen von Jelena Bulgakowa, gedruckt werden.