Richard Wagner
Am 18. Mai 1813 wird Wilhelm Richard Wagner als neuntes Kind des Polizeiaktuars Carl Friedrich Wilhelm in Leipzig geboren. Wenige Monate nach Richards Geburt stirbt sein Vater, die Mutter zieht mit den Kindern nach Dresden und heiratet den Schauspieler und Dichter Ludwig Geyer. Nach der schulischen Ausbildung in Dresden (u. a. bei den Kruzianern), zieht es Richard Wagner 1828 zum Studieren zurück in seine Geburtsstadt, in welcher sein Entschluss entsteht, Musiker zu werden. Seine erste Stelle bekommt er 1834 als Musikdirektor am Theater Magdeburg. Über eine einjährige Anstellung in Königsberg, wo er die Schauspielerin Minna Planer heiratet, gelangt er schließlich an das Theater Riga. Wegen ständiger finanzieller Not tritt Richard Wagner 1939 die Flucht vor seinen drängenden Gläubigern an. Eine beschwerliche Seereise über Norwegen und London führt das Ehepaar nach Paris, wo Richard Wagner hofft, den musikalischen Durchbruch zu schaffen. Doch trotz der Bekanntschaft mit dem Opernkomponisten Giacomo Meyerbeer und dessen Unterstützung gelingt ihm das nicht. Im Frühjahr 1842 erhält Wagner von der Dresdner Hofoper die Nachricht, dass man seine neue Oper „Rienzi“ aufführen wolle. Wagner zieht zurück nach Deutschland und siedelt sich in Dresden an. Hier gelingen ihm mit „Rienzi“ und dem „Fliegenden Holländer“ erste Erfolge. Ein Jahr später wird er als Nachfolger seines Jugendvorbildes Carl Maria von Weber zum Königlich Sächsischen Hofkapellmeister ernannt. Wagner beginnt, politisch motivierte Schriften zu verfassen, bei denen es nicht nur um gesellschaftliche Veränderungen geht, sondern auch darum, das Theater in seinen Strukturen zu reformieren. Er lernt den russischen Anarchisten Michail Bakunin kennen, mit dem er 1849 am Dresdner Maiaufstand teilnimmt. Nach der Zerschlagung der Aufstände muss Wagner aus dem Land fliehen.
Sein vorläufiges Exil findet er in Zürich, wo er seine Überlegungen zu politischen und künstlerischen Reformen weiter ausbaut. Doch auch in Zürich hält es Wagner nicht lange aus. 1850 folgt er, in der Absicht, sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen, seiner Geliebten Jessie Laussot nach Bordeaux. Doch nach wenigen Wochen beendet er diese Affäre und kehrt zu seiner Frau nach Zürich zurück. Seine Entfremdung zu Minna bleibt jedoch bestehen, und zwei Jahre später flieht er in die idealisierte und stilisierte Liebe zu Mathilde Wesendonck. Nach einem Eklat mit Minna und dem Ende seines Verhältnisses entzieht sich Wagner nach Venedig, Minna kehrt zurück nach Dresden. Nur knapp ein Jahr später muss Richard Wagner Italien 1859 aus politischen Gründen wieder verlassen. Er siedelt abermals nach Paris um, das er nach einer katastrophalen „Tannhäuser“-Aufführung wieder verlässt, hält sich in Karlsruhe, Venedig und Wien auf, bis er sich nach der vollständigen Amnestie durch den sächsischen König vorübergehend in Biebrich niederlässt. Im gleichen Jahr (1862) trennt er sich von seiner Frau Minna. Nach einem längeren Aufenthalt in Wien, wo er die geplante Uraufführung seines „Tristan“ begleitet, muss er 1864 wieder vor Gläubigern fliehen.
Im Bayernkönig Ludwig II. findet er einen großzügigen Mäzen, der sich seiner Schulden und neuer großer finanziellen Projekte annimmt – Richard Wagner zieht nach München. Wegen heftiger Proteste der Bevölkerung und der Regierung, die Wagner und Ludwig II. Verschwendungssucht vorwerfen, verlässt Wagner Bayern wieder und zieht nach Aufenthalten in der Schweiz und Frankreich in das Landhaus Tribschen bei Luzern. 1870 heiratet er seine langjährige Geliebte Cosima von Bülow, die sich einen knappen Monat zuvor von ihrem Mann, Wagners Freund Hans von Bülow, getrennt hat. „Es hat immer in meinem Leben solche Perioden gegeben, in welchen ich wie gestorben war und da die Keime legte zu einem neuen Leben, so Paris (nach meiner Musikdirektorschaft), worauf die Kapellmeisterei in Dresden kam, so dann Zürich nach Dresden, so mein Tribschen“, notiert Cosima Wagner am 22. Dezember 1870 einen Ausspruch Richards.
Die Idee für ein Festspielhaus in Bayreuth bringt Wagner dazu, Tribschen wieder zu verlassen. Im Haus Wahnfried in Bayreuth, wo die Familie ab 1874 wohnt, findet Richard Wagner endlich eine Heimat. Gestorben jedoch ist er, wie um das Wandermotiv seines Lebens auch im Tod zu bestätigen, am 13. Februar 1883 auf einer Reise in Venedig.