Bertolt Brecht

Autor
wird 1898 in Augsburg geboren. 1917 immatrikuliert er sich an der Universität München, es folgen erste Veröffentlichungen in diversen Zeitschriften. 1922 kommt Brecht zum ersten Mal nach Berlin, im gleichen Jahr wird TROMMELN IN DER NACHT an den ­Münchner Kammerspielen uraufgeführt. Ab 1924 arbeitet er als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin, es entstehen u. a. die Werke AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY, DIE DREIGROSCHENOPER und DIE HEILIGE JOHANNA DER SCHLACHTHÖFE. Im Frühjahr 1933 flieht Brecht mit Helene Weigel und den gemeinsamen Kindern über Prag, Wien und Paris nach Dänemark. In „Dänisch-­Sibirien“ (wie Brecht es nennt), hat die Familie bis 1939 ihren Hauptwohnsitz, von dort aus unternimmt Brecht viele ausgedehnte Reisen u. a. nach London, Paris und Moskau, auf die ihn seine langjährige Mitarbeiterin und Geliebte Margarethe Steffin begleitet. Ab 1936 lebt auch seine zweite Freundin, die Schauspielerin Ruth Berlau, mit der Familie zusammen, die drei Frauen arrangieren sich gezwungenermaßen miteinander. Im April 1940 fliehen alle ­gemeinsam erneut über Schweden nach Finnland, wo die FLÜCHTLINGSGESPRÄCHE, HERR PUNTILA UND SEIN KNECHT MATTI und DER AUFHALTSAME AUFSTIEG DES ARTURO UI entstehen. 1941 reist Brecht über Wladiwostok und Moskau in die usa nach Los Angeles/Kalifornien. ­Margarethe Steffin muss aus gesundheit­lichen Gründen in Moskau zurückbleiben, sie stirbt wenig später in einem Moskauer Krankenhaus. In Los Angeles lernt Brecht Paul Dessau kennen und arbeitet an Filmskripten sowie amerikanischen Fassungen seiner Werke. Nach einem Verhör vor dem Untersuchungsausschuss für unamerikanische Aktivitäten kehrt Brecht 1947 umgehend nach Europa zurück und lässt sich in der Schweiz nieder. 1949 übersiedelt er nach Ost-Berlin, wo er gemeinsam mit seiner Frau Helene Weigel die Leitung des Berliner ­Ensembles übernimmt. Er wird 1951 mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. 1956 stirbt Bertolt Brecht an den Folgen eines Herzinfarkts.

Ohne Hitler wäre aus Brecht nicht Brecht geworden, sondern ein Erfolgsautor. Gott sei Dank kam Hitler, dann hatte er Zeit für sich. Heiner Müller


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