Gotthold Ephraim Lessing

wurde am 22. Januar 1729 als Sohn eines Pfarrers in Kamenz geboren. 1746 ging er zum Theologiestudium an die Universität nach Leipzig, wechselte dann jedoch zur Medizin und setzte sein Studium in Wittenberg fort. Ab 1748 lebte Lessing als freier Schriftsteller, Lyriker, Publizist und Übersetzer in Berlin und Wittenberg. Als Dramaturg und Kritiker erhielt er 1767 eine Anstellung am Deutschen Nationaltheater in Hamburg, ab 1770 arbeitete er als Bibliothekar in Wolfenbüttel. 1776 heiratete er die verwitwete Eva König, die nach dem Tod seines einzigen Kindes 1778 verstarb. Lessing starb am 15. Februar 1781 in Braunschweig.
Das Drama „Minna von Barnhelm“, das 1766 entstand, wurde 1767 in Hamburg uraufgeführt und entwickelte sich zum Vorbild zahlreicher klassischer Lustspiele. Lessing gab als Entstehungsdatum auf dem Titelblatt offiziell das Jahr 1763 an, vermutlich um die Nähe zum Siebenjährigen Krieg zu betonen, vor dessen Hintergrund das Stück spielt. Das Stück hatte bei seiner Uraufführung am 30. September 1767 in Hamburg, der ein kurzfristiges Aufführungsverbot und ein Streit mit der Berliner Zensurbehörde vorausging, außerordentlichen Bühnenerfolg und wurde daraufhin im deutschsprachigen Raum von allen wichtigen Bühnen und auch im Ausland gespielt. Goethe feierte die Minna in den Gesprächen mit Eckermann rückblickend als „ein glänzendes Meteor. Es machte uns aufmerksam, daß noch etwas Höheres existierte, als wovon die damalige schwache literarische Epoche einen Begriff hatte.“ Prägend für die nachfolgende Interpretationsgeschichte wurden vor allem auch seine Bemerkungen in Dichtung und Wahrheit, wo es hieß: „Eines Werkes aber, der wahrsten Ausgeburt des Siebenjährigen Krieges, von vollkommenem norddeutschen Nationalgehalt, muß ich hier vor allen ehrenvoll erwähnen; es ist die erste aus dem bedeutenden Leben gegriffene Theaterproduktion, von spezifisch temporärem Gehalt, die deswegen eine nie zu berechnende Wirkung tat.“
Weitere bekannte Stücke Lessings sind „Miss Sara Sampson“ (Uraufführung 1755), „Emilia Galotti“ (Uraufführung 1772) und „Nathan der Weise“ (Uraufführung 1783). Durch theoretische Abhandlungen wie die „Hamburgische Dramaturgie“ und „Laokoon“ trug er maßgeblich zu literaturtheoretischen und ästhetischen Diskursen bei.