Hans Fallada

Autor
der eigentlich Rudolf Ditzen heißt, wurde am 21. Juli 1893 in Greifswald geboren. Früh zeigen sich psychische Unausgeglichenheiten bei Fallada, die zu mehreren Selbstmordversuchen, anschließenden Klinikaufenthalten und immer wieder zu Rückfällen in seine Rauschgiftsucht führen. In der Klinik unternimmt Fallada allerdings erste, ernsthafte literarische Versuche und widmet sich intensiv seinen Sprach- und Literaturstudien. Bereits 1917 erscheint sein Pubertätsroman DER JUNGE GOEDESCHAL; ihm folgen 1923 ANTON UND GERDA, 1931 BAUERN, BONZEN UND BOMBEN und 1932 sein Welterfolg KLEINER MANN, WAS NUN?. Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 wird Fallada aufgrund einer Denunziation von den Nationalsozialisten verhaftet, aber schon kurz darauf wieder freigelassen. Dennoch gerät er zunehmend in die Kritik der Nationalsozialisten, schon wegen des Romans KLEINER MANN, WAS NUN?, in dem die Nationalsozialisten negativ geschildert werden und für den Protagonisten Pinneberg keine Alternative darstellen. In der Folgezeit vermeidet Fallada aktuelle Themen und verfasst reine Unterhaltungsliteratur, u. a. Märchen. Als Erzähler der Neuen Sachlichkeit gehört er zu den bedeutendsten Milieuschilderern der 1920er und 1930er Jahre. Sein reportagehafter, bewusst trivialer und vordergründiger Schreibstil ist geprägt von einer genauen Beobachtungsgabe und einem subtilen Humor. Er feiert Riesenerfolge mit seinen sozial-politischen Zeitromanen, die aus der Alltagswelt der kleinen Leute erzählen und um deren moralische und wirtschaftliche Probleme kreisen. Nach Kriegsende ist Hans Fallada einige Monate Bürgermeister in Feldberg, siedelt dann aber nach Ost-Berlin über, wo er für die „Tägliche Rundschau“ schreibt. Von seiner Sucht stark angegriffen, verbringt er das Jahr 1946 vor allem in Krankenhäusern. Hans Fallada stirbt an einem Übermaß an Betäubungsmitteln nach schwerer Krankheit 1947 in Berlin. Im Todesjahr schreibt er noch einen auf Originalakten der Gestapo beruhenden Roman JEDER STIRBT FÜR SICH ALLEIN, der die Geschichte vom sinnlosen Widerstand eines „kleinen“ Ehepaars gegen den Nationalsozialismus erzählt.