Ilija Trojanow

1965 in Sofia geboren und in Kenia und Deutschland aufgewachsen, erzählt in „Der Weltensammler“ (2006) vom Reiz und Abenteuer des Fremden und den Möglichkeiten seiner Aneignung. Er selbst bereiste diverse Stationen Burtons und recherchierte dort genau. Sein Roman vernetzt unterschiedliche Perspektiven, lässt Begleiter zu Wort kommen und nutzt historische Quellen wie Protokolle, Briefe und Zeugenbefragungen. Burtons radikale Einverleibungen des Fremden eröffnen einen neuen Blick auf aktuelle Themen: „Eines der großen Missverständnisse in der an Vorurteilen reichen Debatte um Identität und Integration, um Herkunft und Heimat, ist die Annahme, die Vergangenheit präge das Zugehörigkeitsgefühl eines Menschen“, schreibt Trojanow in seiner Textsammlung „Döner in Walhalla“ (2000). „Natürlich ist es wichtig zu wissen, woher man kommt, ebenso entscheidend ist aber die Frage, wohin man gehen will. Jedem Ausgereisten, jedem Flüchtling oder Exilanten zwingt sich diese Frage irgendwann einmal auf, und der Literat lebt in ihr, solange er schöpferisch tätig ist.“