Ingmar Bergman

Schauspieler, Regisseur, Autor
wird 1918 in Uppsala als Sohn eines Pfarrers geboren. Schon früh begeistert er sich für das Kino. Er schreibt über diese Zeit in seinen Memoiren: „Ich bekam ein Fieber, das mich seitdem nie mehr losgelassen hat. Die lautlosen Schatten wenden mir ihre bleichen Gesichter zu und sprechen mit unhörbaren Stimmen mein geheimstes Gefühl an. Sechzig Jahre sind vergangen, nichts hat sich verändert, es ist das gleiche Fieber.“ Mit zwölf Jahren sieht er eine Aufführung von August Strindbergs TRAUMSPIEL im Theater und erlebt „zum ersten Mal die Magie der Schauspielerei.“ Als Student spielt er selbst in verschiedenen Amateurtheatergruppen und lernt dort u. a. den Schauspieler Erland Josephson kennen, mit dem er sein Leben lang zusammenarbeiten wird. 1942 verfasst Bergman mit „Kaspers Tod“ sein erstes Theaterstück, inspiriert vom magischen Realismus Strindbergs. Kurz darauf wird er für ein Jahr als Drehbuchautor für die schwedische Filmgesellschaft „Svensk Filmindustri“ engagiert. Anfang der 50er-Jahre feiert er erste Erfolge mit Filmen wie „Einen Sommer lang“, „Die Zeit mit Monika“ oder „Das Lächeln einer Sommernacht“. Der internationale Durchbruch gelingt Bergman 1957 mit dem Film „Wilde Erdbeeren“. Es folgen eine Reihe von Meisterwerken wie „Das siebente Siegel“, „Die Jungfrauenquelle“, „Das Schweigen“ oder „Persona“, letzteres seine erste Zusammenarbeit mit der Schauspielerin und vorübergehenden Lebensgefährtin Liv Ullmann. Anfang der 70er-Jahre – das europäische Kino steckt in einer finanziellen Krise – entdeckt Bergman mit „Szenen einer Ehe“ und der „Der Zauberflöte“ das Fernsehen für sich und kann an vergangene Erfolge anknüpfen. Er ist mittlerweile zum fünften Mal verheiratet und leitet das Königliche Dramatische Theater in Stockholm. Doch die Zeit des kommerziellen und privaten Glücks währt nur kurz: Ende der 1970er-Jahre sieht er sich aufgrund von Vorwürfen der Steuerhinterziehung gezwungen nach Deutschland zu emigrieren. Hier arbeitet er an Filmen wie „Herbstsonate“ und „Aus dem Leben der Marionetten“. 1981 inszeniert er am Residenztheater München als eine „skandinavische Trilogie“ Ibsens NORA, Strindbergs FRÄULEIN JULIE und eine eigene Theaterfassung von SZENEN EINER EHE. Auch in seinem letzten Film, „Sarabande“ von 2003, lässt Bergman noch einmal die beiden Protagonisten Johan und Marianne, erneut verkörpert von Erland Josephson und Liv Ullmann, nach vielen Jahren zum letzten Mal aufeinandertreffen. Bergman stirbt 2007 in seinem Haus auf der Insel Fårö.