Jens Rehn

geboren 1918 als Otto Jens Luther in Flensburg, studierte zunächst Musik. Später diente er bei der Kriegsmarine und nahm als U-Boot-Kommandant am 2. Weltkrieg teil. 1943 geriet er für vier Jahre in Gefangenschaft in Afrika, Kanada und England. Nach seiner Freilassung 1947 lebte und arbeitete er in Berlin als Schriftsteller, Komponist und Radioredakteur beim Sender RIAS – Rundfunk im amerikanischen Sektor – welcher Nachrichten, Musik, Radiohörspiele und literarische Lesungen im Programm hatte. Rehn war Angehöriger der „Gruppe der 12“, ein lockerer Zusammenschluss junger Autoren im Berlin der 50er-Jahre, welche sich der sachlichen „Werkstattarbeit“ verschrieben hatte. Die Autoren wollten ihre Literatur von allen „Faxen“, von allem Pathetischen und Leidenschaftlichen bereinigen. So zeichnen sich auch Rehns erste Werke durch einen knappen Stil und ein Minimum an Handlung aus. Er stellt in ihnen Menschen in Grenzsituationen dar, die zum Ausgangspunkt für existentialistische Reflexionen und Assoziationen werden. Sein Roman Nichts in Sicht, in dem er seine Kriegserlebnisse verarbeitete, wurde viel beachtet. 1956 erhielt Rehn den Berliner Kunstpreis „junge generation“ und 1979 das Massimo Stipendium. Marcel Reich-Ranicki schrieb: „Das Buch Nichts in Sicht dürfen wir nicht vergessen: Es ist beides in einem – ein zeitgeschichtliches und ein künstlerisches Dokument.“