Lars von Trier

geboren 1956 in Kopenhagen, ist einer der innovativsten europäischen Filmregisseure der Gegenwart. 1992  gründete er nach dem Besuch der dänischen Filmschule gemeinsam mit dem Produzenten Peter Aalbaek Jensen die Filmproduktionsfirma Zentropa mit Sitz in Kopenhagen, die bis heute erfolgreichste Produktionsstätte für Film in Dänemark und größte Produktionsfirma Skandinaviens.
Seit Mitte der 1980er Jahre arbeitete von Trier an seiner Europa-Trilogie: den ersten Teil bildete „The Element of Crime“ (1984), mit dem ihm der nationale und internationale Durchbruch gelang. 1987 erschien mit „Epidemic“ der zweite Teil der Trilogie, die „Europa“ 1991 abschloss.  1995  wendete er sich gemeinsam mit den Filmregisseuren Thomas Vinterberg, Kristian Levring und Søren Krogh-Jacobsen im Manifest „Dogma 95“ gegen die zunehmende Wirklichkeitsentfremdung des Films. In zehn Geboten wurde die „Keuschheit der filmischen Erzählung“ eingefordert: u. a. verlangt es die Reduktion von Technik am Drehort um sich auf die Arbeit mit den Schauspielern zu konzentrieren.  „Die Idioten“ wurde 1998 nach diesen Prinzipien gedreht. Sein Melodram „Breaking the waves“ (1996) wurde mit dem Großen Preis beim Festival von Cannes ausgezeichnet, für „Dancer in the Dark“ erhielt er dort 2000 die Goldene Palme. Mit „Dogville“ begann er 2003 eine filmische USA-Trilogie.  Darin geht es, wie oft in seinen Filmen, um Strukturen der Macht; er dreht den Film auf einer schwarzen Theaterbühne, um durch Abstraktion zum Wesentlichen vorzudringen. In jüngerer Zeit festigte von Trier seinen  Ruf als Skandalregisseur mit Filmen wie „Antichrist“ (2008) oder „Nymphomaniac“ (2014).