„Ina Piontek gibt die Hedda beinah im Stil einer Filmschauspielerin. Ausdrucksstark in sparsamer Gestik und in starker Mimik, meisterlich in der sprachlichen Betonung. Unbedingt überzeugend auch Christian Friedel als nervös-zweifelnder Tesmann, Christian Erdmann als depressiv-alkoholkranker Lövborg und Antje Trautmann als devot-hysterische Thea Elvsted. (in weiteren Rollen Holger Hübner, Helga Werner, Christine-Marie Günther). Tilmann Köhlers Inszenierung ist so realistisch wie atmosphärisch dicht.“ Dresdner Morgenpost, 14.01.2012, Guido Glaner
„Nicht die direkte Wirkung gesellschaftlicher Zwänge ist hier das Auffällige, sondern die unterschiedlich ausgeprägten Neurosen, die allerdings ganz unaufdringlich alltäglich erscheinen (wie die Kostüme von Susanne Uhl), was den Regisseur diesmal sogar auf die Mühe verzichten ließ, von seinen Schauspielern etwas Ungewohntes abzufordern. In einer Welt ohne erkennbare Perspektive führt die Suche nach Sinn und Selbstbestimmtheit schnell in ein Dilemma, dazu bedarf es keiner Kunstgriffe.“ Dresdner Neueste Nachrichten, 14.01.2012, Tomas Petzold
„Hausregisseur Tilmann Köhler macht aus dem Ibsen-Klassiker ‚Hedda Gabler‘ ein Drama der Vereinzelung. Als Symbol dafür stehen die Smartphones, die alle Darsteller mit sich tragen und die fortwährend piepen, plicken oder brummen. Wer nicht in der Szene mitspielt, sitzt am Rand und wischt auf seinem iPhone herum. Kommunikation findet, wenn überhaupt, direkt und nicht per Telefon, sehr unbeholfen statt. Kaum einer ist fähig, den richtigen Ton zu treffen, Ironie und Zynismus dominieren die Stimmung. Die Generation iPhone findet Platz im Ibsen-Klassiker.“ Sächsische Zeitung, 14.01.2012, Johanna Lemke
„Sei's drum, die Handlung nimmt Fahrt auf, und vor allem Christian Erdmann als verzweifelter Lövborg sorgt nun dafür, dass Emotionen und Motivationen definierbarer werden. Endlich ist das Spiel ein existentielles, und der Stillstand wird zum Drama. Die Bühne wird variabler eingesetzt, es wird vor und hinter dem nun transparenten Spiegel gespielt, wodurch beeindruckende Bilder entstehen.“ Die vollständige Pressestimme finden Sie hier. nachtkritik.de, 12.01.2012, Matthias Schmidt
„Autor Thomas Freyer in seiner zeitgeistigen Ibsen-Übersetzung als auch der Regisseur Tilmann Köhler sorgen für ziemlich klare Verhältnisse: Auf der einen Seite streckt sich Ina Pionteks Hedda in Cowboy-Boots und angesagtem Floralmusterkleid auf dem Flügel lang. Auf der anderen barmt ihre Konkurrentin Thea Elvsted (Antje Trautmann), die Heddas Ex-Lover Lövborg bekanntermaßen mit einem zum Kindsersatz hochpsychologisierten Buchprojekt an sich zu binden wusste, im muttihaften Maxirock ins Handy. Hinten redet Christian Friedel, der es trotz berufsspezifischer Nerd-Brille grandios schafft, Jörgen Tesman wie einen mittleren Beamten wirken zu lassen, devot auf seine Tante Juliane (Helga Werner) ein. Vorn dampft Ejlert Lövborg (Christian Erdmann) eine sehr handgreifliche Männlichkeit aus und lässt keine Chance verstreichen, das Widersacherlein in animalische Hahnenkämpfe zu verwickeln. Lediglich aus Ina Pionteks großartig ausbalanciertem Hedda-Pokerface wird man nicht auf Anhieb schlau, was die Stunde geschlagen hat.“ Theater heute, März 2012, Christine Wahl