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Herr Puntila und sein Knecht MattiAuf Facebook teilen

Volksstück von Bertolt Brecht | Nach den Erzählungen und einem Stückentwurf von Hella Wuolijoki | Musik von Paul Dessau | Regie: Barbara Bürk | Premiere am 10. März 2012 | Schauspielhaus

Der finnische Gutsbesitzer Puntila hat zwei Gesichter: Nüchtern ist er ein Ausbeuter, der seine Angestellten drangsaliert. Hat er getrunken, wird er „fast ein Mensch“, ein nordischer Bacchus, dessen einnehmendes Wesen ihm gleich vier Verlobte in einer Nacht beschert. Der betrunkene Puntila zieht seinen Chauffeur Matti ins Vertrauen darüber, dass er bereut, die bevorstehende Hochzeit seiner Tochter Eva mit dem blasierten Attaché arrangiert zu haben, soll sie ihn doch einen ganzen Wald kosten. Matti kann mit der Launenhaftigkeit seines Dienstherrn recht gut umgehen – bis er selbst betroffen ist. Denn im Rausch hält Puntila ausgerechnet ihn für den idealen Bräutigam seiner Tochter, und auch Eva hat längst ein Auge auf den Chauffeur geworfen. Der standesbewusste Matti hingegen sieht in der Klassenzugehörigkeit Evas ein unüberwindbares Hindernis und verlässt Puntilas Gut mit den Worten: „Der Schlimmste bist du nicht, den ich getroffen / Denn du bist fast ein Mensch, wenn du besoffen. / Der Freundschaftsbund konnt freilich nicht bestehn. / Der Rausch verfliegt. Der Alltag fragt: Wer wen?“
 
Sein Volksstück, das 1940 im Exil entstand, macht in der „Ausformung des Klassenantagonismus’ zwischen Puntila und Matti“, so Brecht in seinen Notizen, die Verlogenheit und Gefährlichkeit der bestehenden Herrschaftsverhältnisse deutlich. Denn in der kapitalistischen Gesellschaft sei der Mensch gezwungen, in einer Bewusstseinsspaltung zu leben und seine gute Natur zu verleugnen. In der Inszenierung von Barbara Bürk werden Torsten Ranft als Puntila und Ahmad Mesgarha als Matti zu sehen sein.


Dauer der Aufführung: 1 ¾ Stunden, keine Pause

Besetzung:

Puntila, Gutsbesitzer: Torsten Ranft
Eva Puntila, Puntilas Tochter: Rosa Enskat
Matti, Puntilas Chauffeur: Ahmad Mesgarha
Fina, das Stubenmädchen: Ines Marie Westernströer
Der Richter: Holger Hübner
Der Attaché: Benjamin Pauquet
Die Schmuggleremma: Anna-Katharina Muck
Das Apothekerfräulein: Holger Hübner
Die Telefonistin: Matthias Luckey
Das Kuhmädchen: Ines Marie Westernströer
Der Advokat: Matthias Luckey
Die Pröbstin: Anna-Katharina Muck
Der rote Surkkala: Martin Schmitz
Der Ober: Sven Kaiser

Regie Barbara Bürk
Bühne Anke Grot
Kostüm Irène Favre de Lucascaz
Musik Sven Kaiser
Dramaturgie Beret Evensen
Licht Jürgen Borsdorf