Das Käthchen von Heilbronn
Ein großes historisches Ritterschauspiel von Heinrich von Kleist | Regie: Julia Hölscher | Premiere am 10. September 2010 | Schauspielhaus
Käthchen!
Mädchen!
Käthchen!
Das Käthchen von Heilbronn, die Tochter des Waffenschmieds Theobald, läuft dem Grafen Wetter vom Strahl nach und zwar buchstäblich. Sie folgt ihm auf Schritt und Tritt. Unter Aufgabe all ihrer Pflichten und auch ihrer Würde schläft sie in seinen Ställen, folgt ihm wie sein Schatten, und keiner weiß, warum. Der verzweifelte Vater, aus dessen Haus sie sich schlich, klagt den Grafen der Hexerei an – doch der wird vor Gericht entlastet. Und weil keiner so recht schlau aus dem Mädchen Käthchen wird, und da sie selber nicht mehr zu ihrer Erklärung vorzubringen hat als ein leises „Weiß nit“, beschließt man, sie in ein Kloster zu geben. Graf Wetter vom Strahl indessen, der seine Verfolgerin nun los ist, macht auf abenteuerlichen Wegen die Bekanntschaft der schönen Kunigunde von Thurneck, die allen Rittern des Landes den Kopf verdreht und nun auch auf den Grafen ihre Wirkung hat. In einem fiebrigen Traum war ihm ein Engel erschienen und hatte ihm vorausgesagt, er werde einst eine Tochter aus kaiserlichem Hause heiraten. Kunigunde ist von kaiserlichem Blut, und so hält er schon bald um die Hand der Dame an. Doch so einfach macht es Kleist seinen Figuren nicht. Käthchen kehrt zurück ...
Es ist ein seltsam flirrendes Märchenstück, das Heinrich von Kleist geschaffen hat. Ein Stück voll verwehter Figuren: Das Käthchen, diese unbeirrbare Extremistin der Liebe; Graf Wetter vom Strahl, dieser Verzagte, dieser verzettelte Held, dem es so schwerfällt, aus seines Lebens gerader Bahn auszubrechen; Kunigunde von Thurneck, die gefälschte Frau, die traurige Betrügerin, die das Produkt der Sehnsüchte ihrer Umwelt ist. Sie alle machen „Das Käthchen von Heilbronn“ zugleich zu einem der rätselhaftesten Stücke wie auch zu einer der schönsten Liebesgeschichten auf dem Theater.
Rechtzeitig zum Kleist-Jahr 2011 inszeniert Hausregisseurin Julia Hölscher, deren Bühnenversion von Ingo Schulzes „Adam und Evelyn“ weiterhin im Spielplan des Staatsschauspiels steht.
Dauer der Aufführung: 2 ¾ Stunden, eine Pause
Besetzung:
Der Kaiser: Ahmad Mesgarha
Friedrich Wetter, Graf von Strahl: Wolfgang Michalek
Gräfin Helena, Friedrich Wetters Mutter: Helga Werner
Gottschalk, Friedrich Wetters Knecht: Christian Friedel
Brigitte, Haushälterin im gräflichen Schloss: Vera Irrgang
Kunigunde von Thurneck: Rosa Enskat
Rosalie, Kunigundes Kammerzofe: Antje Trautmann
Theobald Friedeborn, Waffenschmied aus Heilbronn: Torsten Ranft
Käthchen, Theobald Friedeborns Tochter: Annika Schilling
Maximilian, Burggraf von Freiburg: Matthias Luckey
Georg von Waldstätten, Maximilians Freund: Gregor Knop
Der Rheingraf von Stein, Verlobter Kunigundens: Sebastian Wendelin
Eginhard von der Wart: Christian Clauß
Regie Julia Hölscher
Bühne Esther Bialas
Kostüm Ulli Smid
Musik Tobias Vethake
Licht Andreas Barkleit
Dramaturgie Martin Hammer, Robert Koall