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Ein Märchen aus der neuen Zeit nach der Novelle von E. T. A. Hoffmann | Regie: Sebastian Baumgarten | Premiere am 27. Februar 2010 | Schauspielhaus

ins Kristall bald dein Fall

Am Himmelfahrtstag im biedermeierlichen Dresden stößt der junge Student Anselmus den Korb einer alten Apfelhändlerin um, und nichts ist mehr wie es einmal war. Er verliebt sich in die blauen Augen einer Schlange, die sich im Weiteren als die Tochter des seltsamen Archivars Lindhorst herausstellt, für den er Texte abschreiben muss. In diesen Texten erkennt Anselmus die Geschichte des Archivars, der eigentlich ein Salamander ist und aus der sagenhaften Welt Atlantis verbannt wurde. Um heimkehren zu dürfen, muss er seine Schlangentochter verheiraten. Dies will die Bürgerstochter Veronika verhindern, die sich eine gemeinsame Zukunft mit dem künftigen Hofrat Anselmus erhofft und zu diesem Zweck eine Hexe beauftragt, ihn zu verzaubern, damit er zu ihr zurück­kehrt. Im Wechselspiel zwischen Alltag und Zauberhaftem gerät Anselmus in einen Zweikampf, den das Fantastische und die Poesie gegen eine ernüchternde Realität von damals und heute führen.

E. T. A. Hoffmann (1776 – 1822) war Schriftsteller, Jurist, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner, Theatermaler, Karikaturist und ist einer der wichtigsten Prosadichter der Romantik. Sein Werk ist gekennzeichnet vom Thema des Dualismus, den er variationsreich darstellt, beispielsweise als Gegen­­satz von fantasiereicher Kunst und bürgerlicher Normalität. Oftmals sind seine Texte in einer gebrochenen Perspektive geschrieben, die die Grenzen von ­Fiktion und Realität verwischt. Mit den sonderbaren Verfremdungen in seinen Kunstmärchen und Novellen bereicherte er dieses Genre. E. T. A. Hoffmann war von 1813 bis 1815 als Kapellmeister in Dresden angestellt.

Der Regisseur Sebastian Baumgarten wurde 1969 in Ostberlin geboren. Er ­studierte Opernregie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin und war Assistent von Ruth Berghaus und Robert Wilson sowie Mitarbeiter von Einar Schleef. Seit 1992 arbeitet er sowohl als Schauspiel- als auch als Opernregisseur unter anderem in Berlin, Meiningen, Kassel, Kopenhagen, Frankfurt und Düsseldorf sowie an der Dresdner Semperoper. In der Spielzeit 2005.2006 inszenierte er Händels „Orest“ an der Komischen Oper Berlin. Für diese Interpretation wurde er zum Opernregisseur des Jahres gekürt. An der Semperoper Dresden brachte Baumgarten unter anderem Brittens „Peter Grimes“ (2007) auf die Bühne.

Dauer der Aufführung: 2 Stunden, keine Pause

Besetzung:

Student Anselm: Sebastian Wendelin
Konrektor Paulmann: Wolfgang Michalek
Veronika: Picco von Groote
Archivar Lindhorst: Torsten Ranft
Serpentina / Angelika / Hexe: Cathleen Baumann
Registrator Heerbrand: Fabian Gerhardt
Musiker: Max Renne

Regie Sebastian Baumgarten
Bühne Kathrin Frosch
Kostüm Ellen Hofmann
Musik Jörg Follert, Max Renne
Video Stefan Bischoff
Licht Andreas Barkleit
Dramaturgie Jens Groß