E. T. A. Hoffmann
(1776 - 1822)
war Schriftsteller, Jurist, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner, Theatermaler, Karikaturist und ist einer der wichtigsten Prosadichter der Romantik. Sein Werk ist gekennzeichnet vom Thema des Dualismus, den er variationsreich darstellt, beispielsweise als Gegensatz von fantasiereicher Kunst und bürgerlicher Normalität. Fast immer sind seine Geschichten und Märchen Künstlerdramen oder sprechen zumindest von der Isoliertheit kunstbegabter Menschen in einem erkrankten, desillusionierten und moralinsauren, bürgerlichen Alltagsleben. Kunst begriff E. T. A. Hoffmann nicht als Mittel zur Versöhnung mit der Wirklichkeit. Im Gegenteil: Zwischen den poetischen, anarchischen Gebilden der Fantasie und der seelenlosen, bigotten Realität klafft immer ein deutlicher Spalt, in den Gnome, Kobolde und Gespenster dringen und den biedermeierlichen Alltag als Karikatur und Fratze erscheinen lassen. Oftmals sind seine Texte in einer gebrochenen Perspektive geschrieben, die die Grenzen von Fiktion und Realität verwischen. Mit den sonderbaren Verfremdungen in seinen Kunstmärchen und Novellen bereicherte er dieses Genre und beeinflusste möglicherweise E. A. Poe sowie moderne Surrealisten.
E. T. A. Hoffmann war von 1813 bis 1815 als Kapellmeister in Dresden angestellt, wo er in den Kriegswirren zwei seiner wichtigsten Werke geschrieben hatte: „Die Elixiere des Teufels“ und „Der goldne Topf“.