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Ein Stück mit Musik in einem Vorspiel und acht Bildern von Bertolt Brecht | nach John Gays „The Beggar’s Opera“ | Übersetzt aus dem Englischen von Elisabeth Hauptmann | Musik von Kurt Weill | Regie: Friederike Heller | Premiere am 14. September 2012 | Schauspielhaus

1928 begann am Berliner Schiffbauerdamm die Geschichte eines Welterfolgs: Mackie Messer und seine Verbrecherbande, der korrupte Polizist Tiger Brown, der Bettlerkönig Peachum samt Frau und Tochter, die Bettler, Huren und Gauner gehören seither zu den Berühmtheiten des deutschen Theaters und bringen soziale und wirtschaftliche Missstände des Kapitalismus unterhaltsam und bitterböse aufs Tapet.

Zwar basiert der Erfolg des Frühwerks zum Teil auf einem Missverständnis: Eigentlich wollte Brecht vorführen, dass „die Ideenwelt und das Gefühlsleben der Straßenbanditen ungemein viel Ähnlichkeit mit der Ideenwelt und dem Gefühlsleben des soliden Bürgers haben“, es scheint aber, dass das Publikum weniger der Gesellschaftskritik applaudierte als vielmehr den Songs Kurt Weills (die bald schon zu regelrechten Gassenhauern avancierten), der romantischen Handlung und der Liebesgeschichte: Mackie Messer, der Verbrecher mit den Gamaschen, den weißen Glacéhandschuhen und der Narbe am Hals, heiratet Polly Peachum, die Tochter des Bettlerkönigs Jonathan Peachum. Dieser macht das große Geld, indem er die Bettler der Stadt ausstaffiert, um das Mitleid der Bürger zu erregen. Er und seine Frau sehen durch die Heirat Pollys das Fundament ihres Gewerbes bedroht und liefern Mackie ans Messer. Mackie wird von Jenny und den Huren verraten, von denen er aus lieber Gewohnheit nicht lassen mag und steigt am Ende doch wieder vom Galgen herunter. Regie führt Friederike Heller. Am Staatsschauspiel Dresden entstanden unter ihrer Regie bereits Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ und Peter Weiss’ „Marat / Sade“.


Dauer der Aufführung: 3 Stunden, eine Pause

Besetzung:
Jonathan Jeremiah Peachum, Chef einer Bettlerplatte: Thomas Eisen
Frau Peachum: Antje Trautmann / Cathleen Baumann
Polly, Peachums Tochter: Sonja Beißwenger
Macheath, Chef einer Platte von Straßenbanditen: Christian Friedel
Brown, Polizeichef von London: Benjamin Höppner
Lucy, Browns Tochter: Christine-Marie Günther
Spelunkenjenny, Hure: Sebastian Wendelin / André Kaczmarczyk
Filch, einer von Peachums Bettlern / Smith, erster Konstabler: Thomas Braungardt

und
Piano: Thomas Mahn
Baß: Tom Götze
Gitarre, Banjo: Marc Dennewitz
Trompete: Christian Rien
Saxophon, Klarinette: Friedemann Seidlitz
Schlagzeug: Heiko Jung / Sascha Mock
Klarinette: Thomas Seibig / Dittmar Trebeljahr
Posaune: Christoph Hermann

Regie Friederike Heller
Musikalische Leitung Thomas Mahn
Bühne Sabine Kohlstedt
Kostüm Ulrike Gutbrod
Live-Zeichnungen Jens Besser
Animation Stefan Schwarzer
Licht Michael Gööck
Ton Torsten Staub, Marion Reiz
Dramaturgie Felicitas Zürcher