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Jugend ohne GottAuf Facebook teilen

nach dem Roman von Ödön von Horváth | mit Dresdner Jugendlichen und Schauspielern des Ensembles | Regie: Marc Prätsch | Premiere am 15. Januar 2011 | Kleines Haus 2
Die Bürgerbühne Markierung: Die Bürgerbühne


„Regisseur Marc Prätsch, seit 2010 Leiter des Jungen Schauspiels in Hannover, und Dramaturg Jens Groß wollen Horváths Geschichte heutig erzählen. Es ist eine Geschichte über eine gottlose, gelenkte Jugend in den Erziehungsmühlen des Nationalsozialismus, über das schlechte Gewissen eines Lehrers, über beeinflusstes Denken in einer Schulklasse und Konfrontationen während eines Wehrertüchtigungslagers mit Mord und Aufklärung der Tat.
Überzeugend ist die Inszenierung vor allem dann, wenn sie durch Assoziationen nachdenklich macht.
Das Premierenpublikum, darunter viele junge Leute, ließ sich vom Spielspaß der Akteure begeistern und applaudierte gebührend.“
Dresdner Neueste Nachrichten, 17.01.2011, Bistra Klunker

„Am Samstag hatte bereits die dritte Bürgerbühnen-Produktion dieser Spielzeit Premiere: ‚Jugend ohne Gott‘ nach Ödön von Horváth. Einmalig an dem Dresdner Konzept ist nicht nur, dass das Staatsschauspiel dafür seine komplette Infrastruktur zur Verfügung stellt, Personal und Know-how inklusive. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal besteht in der absoluten Offenheit: Vergleichbare Angebote an anderen Theatern richten sich in der Regel nur an spezifische Altersgruppen oder Milieus.
Die Bürgerbühne ist kein feststehendes Kollektiv. Für jedes Projekt werden neue Spieler gecastet. Und Miriam Tscholl achtet darauf, dass Debütanten eine Chance bekommen. Die Nachfrage ist riesig: Knapp 800 Leute haben seit dem Start im Herbst 2009 bereits in Bürgerbühnen-Produktionen mitgewirkt; Tendenz steigend. Sieht ganz so aus, als sei der Experte des Alltags noch lange nicht fertig mit dem Theater.“
Spiegel Online, 16.01.2011, Christine Wahl

„Die Dresdner Bürgerbühne inszeniert ‚Jugend ohne Gott‘ als Stück über den Rassismus von heute. Regisseur Prätsch, sein Dramaturg Jens Groß und die nicht minder an der Genese ihres Dramas beteiligten Teenager deuten den aufkeimenden Nationalsozialismus von damals als schwelenden Rassismus von heute, wie zum Beispiel in dem ‚Neger-Rap‘ der Schülerin N., die selbst farbig ist. Der Konflikt des Lehrers (Henner Momann) mit dem eigenen Glauben und einem erdrückenden System wird in ihrer Version zur moralischen Kraftprobe und zur Kluft zwischen Jung und Alt.“
Sächsische Zeitung, 18.01.2011, Christina Wittich