wurde 1969 in Ostberlin geboren. Er studierte Opernregie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin und war Assistent von Ruth Berghaus und Robert Wilson sowie Mitarbeiter von Einar Schleef. Seit 1992 arbeitet er sowohl als Schauspiel- als auch als Opernregisseur u. a. in Berlin, Kopenhagen, Frankfurt und Düsseldorf sowie an der Dresdner Semperoper. In der Spielzeit 2005.2006 inszenierte er Händels „Orest“ an der Komischen Oper Berlin. Für diese Interpretation wählten die Kritiker der Zeitschrift „Opernwelt“ Sebastian Baumgarten zum Regisseur des Jahres. An der Semperoper Dresden brachte Baumgarten u. a. Brittens „Peter Grimes“ (2007) auf die Bühne. Er ist stark daran interessiert, bei der Umsetzung von Inszenierungsideen, politische und historische Bedingungen zu thematisieren. Dabei adaptiert er gerne Stoffe, denen moralphilosophische Fragestellungen zugrunde liegen und die, wie er sagt, „die dunklen Seiten der Aufklärung“ verhandeln. Baumgarten vertritt einen avancierten Regie-Begriff, steht aber nicht für ein Theater der Dekonstruktion. Er sucht die geschichtlich-politische Reflexion auf der Bühne und setzt auf ein neugieriges Publikum, das sich mit sinnlichen Mitteln zum Denken verführen lässt.