Spielzeit 2018/2019

Liebe Zuschauerinnen
und Zuschauer,
liebe Theaterfreunde,

herzlich willkommen zur neuen Spielzeit am Staatsschauspiel Dresden!
Ich freue mich sehr, dass Sie unsere Arbeit in unserer ersten gemeinsamen Saison mit Neugier, großem Wohlwollen und mit nicht nachlassendem Interesse begleitet haben. Das ermutigt uns, weiter nach vorne zu gehen.
Wollten wir Ihnen im ersten Jahr die Gelegenheit geben, ein neu zusammengesetztes Ensemble kennenzulernen und einer Vielfalt von Regiehandschriften zu begegnen, liegt ein Schwerpunkt der kommenden Spielzeit auf der Gegenwartsdramatik: 12 Uraufführungen, davon 5 Auftragsarbeiten und eine Deutschsprachige Erstaufführung erwarten Sie. Die neuen Texte werden sich auf unterschiedlichste Weise mit unserer Wirklichkeit auseinandersetzen, aber alle wollen sie Ermutigung sein, die Welt nicht in Schwarz und Weiß zu teilen.
Auf der Suche nach der Verfasstheit unserer Demokratie verhandelt das Theater unterschiedliche Interessen und widersprüchliche Meinungen, die sich immer um die Frage drehen, wie wir unser Zusammenleben in Zukunft gestalten wollen. Das Theater ist ein Labor sozialer Fantasie. Widersprüche und Differenzierung sind seine Natur. Es ist seinem Wesen nach Kommunikation. Jeder Dialog besteht aus Rede und Gegenrede. Einfache Wahrheiten gibt es nicht – nur die Übereinkunft, dass der Mensch und das Prinzip der Menschlichkeit unantastbar sind.
1848, 1918, 1968 und 1989 waren historische Wendepunkte. Was bewegt Menschen heute, 2018/2019? Weil unsere Zukunft ohne unsere Vergangenheit nicht denkbar ist, werden im Theater die zentralen Fragen des Einzelnen und der Gemeinschaft immer wieder hin und her gewendet und bei Bedarf verhandelt. Deshalb werden wir die Gegenwartsstücke durch Klassiker und moderne Klassiker ergänzen: Shakespeares SOMMERNACHTSTRAUM und Schillers KABALE UND LIEBE stehen ebenso auf dem Programm wie Heinrich Manns DER UNTERTAN, Arthur Millers TOD EINES HANDLUNGSREISENDEN und Dostojewskis SCHULD UND SÜHNE.
Drei Stoffe im neuen Spielplan haben einen starken regionalen Bezug. 9 TAGE WACH erzählt die Geschichte eines Dresdner Jugendlichen und seiner Abhängigkeit von Crystal Meth – es geht um Eric Stehfest, der heute zu den Shootingstars des deutschen Fernsehens zählt. Einen ganz anderen Versuch unternehmen der Regisseur Volker Lösch und sein Team mit DRESDEN 2029? Aus der Perspektive eines ‚Was wäre wenn?‘ bzw. ‚Angenommen, dass …‘ schauen wir aus einer fiktiven Zukunft auf unsere reale Gegenwart. Und die Bürgerbühnenproduktion FRÜHER WAR ALLES erzählt Geschichten von Träumen und Abwicklungen aus Freital.
Unsere Wirklichkeit aus einer Außen-Perspektive zeigen uns die Regisseure Data Tavadze aus Georgien, Wojtek Ziemilski aus Polen und Árpád Schilling aus Ungarn und die Koproduktion mit dem Archa Theater Prag OPERATION KAMEN.
Wie gut Dresden international vernetzt ist und wie sehr die Stadt eine Bühne bieten kann für Europa, wird sich ein zweites Mal mit Fast Forward, dem europäischen Festival für junge Regie, beweisen, dessen erste Dresdner Ausgabe ein großer Erfolg war. Neu dazu kommt Our Stage, das 4. Europäische Bürgerbühnenfestival, das der Theaterarbeit mit nichtprofessionellen Darsteller*innen gewidmet ist und den Stand der Entwicklung des partizipativen Theaters in Europa repräsentiert – gefördert von der Bundeskulturstiftung und in Kooperation mit dem größten Netzwerk europäischer Theater, der European Theatre Convention, ETC.
Ich freue mich sehr, dass wir gemeinsam mit der Bürgerstiftung ­Dresden das Projekt „Theater in die Schule“ ins Leben rufen, eine Initiative, die beispielhaft zeigen soll, wie sich Oberschulen zu Kulturschulen entwickeln können.
Ein volles Programm.
Wir bitten um Verständnis, dass wir nach vier Jahren die Preise und in diesem Zusammenhang auch den Saalplan angepasst haben.
Ich freue mich, wenn Sie auch in der Saison 2018/2019 wieder dabei sind!
 
Ihr
Joachim Klement
Intendant Staatsschauspiel Dresden

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