Liebe Kolleginnen und Kollegen, am 27. und 28. Januar ist erfolgreich die erste Runde des Jugend-Performance Festivals „unart“ im Kleinen Haus 1 über die Bühne gegangen. Insgesamt haben 58 Jugendliche acht fünfzehnminütige Performances vor einem begeisterten Publikum gezeigt. Im Anschluss an die Vorstellung vom 27. Januar hat eine Jury bestehend aus Dieter Jaenicke (Künstlerischer Leiter des Europäischen Zentrums der Künste, Hellerau), Felicitas Loewe (Intendantin Theater Junge Generation), Milena Michalek (Schülerin), Felicitas Zürcher (Dramaturgin Staatsschauspiel Dresden) die beiden Gewinner-Performances ausgewählt, die Ende Februar, zusammen mit je zwei Gruppen aus den beteiligten Partnerstätten auf die Best-of-unart-Tournee gehen werden: Die Gewinner sind die Performer der Stücke „Wunderkerze“ und „Schöne Schule“ Die Performer der „Wunderkerze“ haben sich aus Sicht der Jury für eine raffinierte und intelligente Form entschieden, die den Grundgedanken von Performance als aktionshafte und spontane Kunstform im Kern trifft. Der schmal definierte Rahmen wurde von den spielwütigen und schlagfertigen Akteuren voll ausgeschöpft und zeichnete sich durch ein gutes Gefühl für Rhythmus und Teamwork aus. Die Jury bezeichnete die Performer als „erwachsene böse Kinder, die mit Kühnheit, einem Hauch von Dekadenz und zugleich Traurigkeit“ das Lebensgefühl jener jungen Generation auf die Bühne bringen, welches viel kulturelle Bildung genossen hat und nun nicht recht weiß, wohin damit. Die Performance „Schöne Schule“ besticht durch die nahe und konkrete Anknüpfung an eigene Erfahrungen im Umgang mit dem gewählten Thema „Mobbing in der Schule“. Auf der Bühne sieht die Jury ein organisches Miteinander der Gruppe und eine in sich stimmige Entscheidung für eine Form, ohne dass diese steif oder aufgesetzt wirkt. Im Gegenteil: die Performance wirkt leicht, poetisch, und humorvoll und ernsthaft zugleich. Die Jury lobt das gelungene Zusammenspiel zwischen Choreografie, Texten und einer unaufdringlichen und schlüssigen Miteinbindung des Mediums Film. Die in Frankfurt am Main ansässige BHF-BANK-Stiftung hat „unart“ zusammen mit ihren Partnern – zu denen diesmal neu das Staatsschauspiel Dresden gehört - ins Leben gerufen, um Jugendlichen Raum für Experimente und Erfahrungen mit den zeitgenössischen Künsten zu geben. Sie erhalten die Möglichkeit, unterschiedliche Ausdrucksformen auszuprobieren und sich intensiv mit sich selbst zu beschäftigen. Das Festival findet alle zwei Jahre statt.„unart“ ist eine Initiative der BHF-BANK-Stiftung in Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt, dem Maxim Gorki Theater Berlin, dem Thalia Theater Hamburg und dem Staatsschauspiel Dresden.