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von Carl Zuckmayer | Regie: Burkhard C. Kosminski | Premiere am 6. Februar 2010 | Schauspielhaus


Blick unter den Teppich

Kosminski inszeniert die Brüchigkeit des schönen Scheins, hofft auf die Mündigkeit des Zuschauers und die Dynamik der Selbstentlarvung. Er denunziert nicht, er karikiert nicht.
Kosminski orientiert sich an konkreten historischen Gegebenheiten und Figuren, drängt allgemeine Schlussfolgerungen nicht auf. Da ist ohnehin jeder gefordert, gerade in den Auseinandersetzungen dieser Februartage. Das Publikum der Premiere reagierte dankbar und mit großer Zustimmung auf die Anregung, und zu hoffen bleibt nur, dass auch künftiges die beschworenen bösen Geister in die Schranken weist.
Dresdner Neuste Nachrichten, 08.02.2010, Tomas Petzold

Schuld und Verblendung

Kosminskis Inszenierung ist so kraft- wie effektvoll und dabei doch psychologisch fein und glaubhaft gearbeitet. Herausragend Tom Quaas, der seinen zeternden, schimpfenden, zweifelnden und letztlich doch ohnmächtigen Harras vor Energie fast bersten lässt, Philipp Otto als aalglatter Gestapo-Kulturleiter Schmidt-Lausitz und Annika Schilling, die als verwöhnt-arrogantes, blondes Nazi-Nackedei Waltraud von Mohrungen, genannt Pützchen, das darstellerische Glanzlicht des Abends setzte.
Ein Theaterabend, unbedingt zu empfehlen, nicht nur weil kommenden Sonnabend der 13. Februar ist.
Dresdner Morgenpost, 08.02.2010

Der Verführbarkeit gefährlicher Glanz

Tom Quaas spielt kraftvoll, mit Tempo und donnernder Spielfreude. Großer Applaus in Dresden.
Mannheimer Morgen, 08.02.2010, Ralf-Carl Langhals

Gute und böse Mörder

Eine fein und geistreich gearbeitete Inszenierung. Und eine großartige Studie zu Zuckmayers Frage: „Wird jeder so, wenn man ihn lässt?“  Frankfurter Rundschau, 11.02.2010, Christine Diller

Keiner bleibt sauber im Dreck

„Kosminskis Regie liefert überraschend eindringlich die grausig gewöhnliche Innenansicht einer Diktatur mit seinen so verloren oder rücksichtslos, so mächtig, schlau oder dämlich zappelnden Menschen. Sie zeigt das Widerwärtige wie Groteske des neurotischen Nazi-Zirkus' - und sein natürliches Grauen. Das Publikum war gebannt und ergriffen.“
Rhein-Neckar-Zeitung, 15.02.2010, Reinhard Wengierek