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König OedipusAuf Facebook teilen

Tragödie von Sophokles | In der Übersetzung von Friedrich Hölderlin („Oedipus der Tyrann“) | Regie: Tilmann Köhler | Premiere am 20. November 2010 | Schauspielhaus

Überheblichkeit
erzeugt
Tyrannen

Oedipus, der einst gefeierte Held Thebens, steht alleine vor den Trümmern seiner ihm unbekannten eigenen Geschichte. Das Volk, das ihn einst für die Befreiung Thebens gefeiert und zum König gemacht hatte, droht sich von ihm abzuwenden. Theben steuert auf eine Katastrophe zu. Stürme verheeren die Stadt, die Frauen gebären keine Kinder mehr, Felder und Weiden sind unfruchtbar. Das alles kann kein Zufall sein. Offenbar zürnen die Götter. Folge menschlichen Verschuldens ... Ursache – so ­erklärt das Orakel – ist der unentdeckte Mörder des vorigen Herrschers von Theben. Oedipus war nach dem Mord an dem alten Herrscher in die Stadt gekommen und hatte das Rätsel der Sphinx gelöst. Nun aber steht er ratlos vor den neuen Herausforderungen. ­Oedipus, der inzwischen die Witwe von Laios geheiratet hatte, versucht nun, einen schonungslosen Aufklärungsprozess in Gang zu setzen, der tatsächlich innerhalb von wenigen Stunden die unangenehme und alle völlig überraschende Wahrheit ans Licht bringt. Oedipus  hatte seinen eigenen, ihm unbekannten Vater erschlagen und seine Mutter geheiratet.
 
Mit „König Oedipus“ widmet sich Hausregisseur Tilmann Köhler nach Stücken von Brecht, Horváth und Tschechow der vielleicht berühmtesten Legende der Antike. Immer wieder wurde der Mythos als Beginn der modernen Kultur- und Geistes­geschichte  beschrieben. In dieser Tragödie werden wesent­liche Grundkonflikte des Menschen exemplarisch verhandelt: wie zwiespältig der Glaube an Götter und Orakel, aber auch der Wissensdrang des Menschen sein kann, wie zerbrechlich menschliches Glück ist – und wie Menschen unschuldig schuldig werden können. All das wirkt modern, geradezu heutig. Doch eine irritierende Differenz bleibt: Schuld auf sich zu ­nehmen, ist dem modernen Menschen selbst fremd geworden.

Dauer der Aufführung: 2 Stunden, keine Pause

Besetzung:

Oedipus: Christian Friedel
Ein Diener / Chor von thebanischen Alten: Ina Piontek
Kreon / Ein Bote aus Korinth: Philipp Lux
Tiresias / Jokasta / Ein Hirte: Lore Stefanek
Chor von thebanischen Alten: Christian Clauß
Chor von thebanischen Alten: Sophia Löffler
Chor von thebanischen Alten: Benjamin Pauquet

und

Musiker (Klangstein): Hannes Feßmann

Regie Tilmann Köhler
Bühne Karoly Risz
Kostüm Susanne Uhl
Musik Jörg-Martin Wagner
Dramaturgie Jens Groß
Licht Michael Gööck