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Alles Opfer! oder Grenzenlose HeiterkeitAuf Facebook teilen

von Dirk Laucke | Regie: David Benjamin Brückel | Uraufführung am 10. Juni 2011 in Recklinghausen /
Dresdner Premiere am 17. September 2011 | Kleines Haus 2
Eine Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen

Ein Reisebus ist unterwegs nach Schlesien. Die Passagiere lassen sich von deutschen Hits aus dem Radio berieseln, während sie auf den Live-Auftritt des Ex-DDR-Schlagersternchens Marie Wagner warten, die ebenfalls mitfährt. In der Dämmerung zieht die Landschaft vorbei, als plötzlich der Fahrer die Kontrolle verliert – der Bus bricht durch die Leitplanke, stürzt einen Abhang hinab und fällt buchstäblich aus der Zeit.
Alle sind tot, bis auf fünf halbwegs Unversehrte, die bald feststellen müssen, dass ihnen keiner zu Hilfe kommt. Unmittelbar neben den Toten in den Trümmern des Busses muss man sich arrangieren. Da sind die Sängerin Marie und ihr Vater und Manager Lennert. Die Rentnerin Martha, die ihren Mann immer in einer Urne bei sich trägt. Die Biologin Toni, die einmal über Grottenolme geforscht hat, und der junge Journalist Torsten, der glaubt, auf alles eine Antwort zu haben. Nach und nach wird deutlich, dass sie alle mehr miteinander verbindet, als ihnen lieb ist. Inmitten dieser Zwischenwelt des deutschen Waldes erwachen die Wiedergänger der deutschen Geschichte unter ihnen zu neuem Leben und hetzen die fünf Übriggebliebenen aufeinander.

Wie alle Stücke von Dirk Laucke ist auch dieses eine Analyse der deutschen Gegenwart und ihrem Umgang mit den Gespenstern der Geschichte. Lauckes Figuren sind heutig und lebensnah, ihre Authentizität speist sich aus zahlreichen Interviews und Recherchereisen des Autors quer durch die Republik.
Lauckes Dresdner Uraufführung „Für alle reicht es nicht“ wurde im vergangenen Jahr zu den renommierten Mülheimer Theatertagen eingeladen. Seine neueste Uraufführung „Alles Opfer!“ ist eine Koproduktion des Staatsschauspiels Dresden mit den Ruhrfestspielen in Recklinghausen. Die dortigen Aufführungen sind auf großes überregionales Interesse gestoßen. Nun kommt das Stück am 17. September in Dresden zur Premiere. Laucke wird im September mit dem Literatur-Förderpreis des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.


Dauer der Aufführung: 1 ¾ Stunden, keine Pause

Besetzung:

Marie, Sängerin: Picco von Groote
Lennert, Vater und Manager, Ex-IM: Holger Hübner
Antonina, Grottenolmforscherin, Stasi-Opfer: Anna-Katharina Muck
Torsten, Journalist: Sascha Göpel
Martha, „Sudetendeutsche“: Helga Werner

Regie David Benjamin Brückel
Bühne Jeremias Böttcher
Kostüm Irène Favre de Lucascaz
Musik Vredeber Albrecht
Dramaturgie Beret Evensen
Licht Andreas Barkleit