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von Friedrich Schiller | Regie: Sebastian Baumgarten | Premiere am 13. April 2012 | Schauspielhaus

Es ist die Geschichte zweier ungleicher Brüder, Karl und Franz Moor. Der eine strahlend, klug und gewandt, der andere hässlich, verbittert und verschlagen. Der eine Student, der sich der Liebe der schönen Amalia sicher ist. Der andere zuhause, allein und zerfressen von Hass.
Es ist auch die Geschichte zweier gleicher Brüder, Karl und Franz Moor. Beide abhängig von der Liebe ihres Vaters – wird sie ihnen entzogen, so taumeln sie in Raserei. Beide fähig zu hassen, zu töten, in völliger Teilnahmslosigkeit ihren Mitmenschen beim Untergang zuzuschauen. In beiden erlischt das Licht der Vernunft und der Sitte, wenn die Welt sie zurückweist.
Das Stück erzählt von Intrige und Amok, davon, wie Franzens schwarz gezogene Fäden die Familie spalten. Wie sich Karl darum entschließt, eine Räuberbande zu gründen, in die Wälder, außerhalb der Welt, zu gehen und von dort aus die Menschen in den Städten mit seinem Hass zu überziehen. Es erzählt davon, wie schnell im Menschen die Bestie geweckt wird und dass es nicht viel mehr bedarf als eines Funkens, um einen Weltenbrand zu ent­zünden. Und es erzählt auch über das Bild der Söhne von der Not des Vaters, der zwei so ungleiche Kinder hat, dass es unmöglich scheint, ihnen beiden gerecht zu werden.
Zuvorderst aber erzählt es von Wut, von der Verzweiflung, die die jungen Männer erfasst, deren Leben – zu ihrem Entsetzen – vor ihnen liegt, ihnen aber nichts bietet außer Enge und Leere und Haltlosigkeit und Pflicht. So greifen sie zur Waffe – nicht im Ringen um irgendetwas, sondern im Kampf gegen alles. Wenn die Welt mich nicht beherbergt, dann wird sie vernichtet.

Regie führt Sebastian Baumgarten, der sich in Dresden zuletzt mit E. T. A. Hoffmanns „Der goldne Topf“ befasst hat. Baumgarten, der zu den profiliertesten Regisseuren seiner Generation gehört, sucht stets ungewohnte Erzählweisen für uns scheinbar vertraute Stoffe. Er geht ihnen inhaltlich nahe, um ihren Kern freizulegen. Er nähert sich ihnen mit Respekt und dennoch radikalem ästhetischen Zugriff – so entstehen neue Perspektiven auf alte Stoffe und die heutige Welt.


Dauer der Aufführung: 3 ¼ Stunden, eine Pause

Besetzung:
Maximilian, regierender Graf von Moor: Albrecht Goette
Franz: Wolfgang Michalek
Karl: Matthias Reichwald
Amalia von Edelreich: Sonja Beißwenger
Spiegelberg: Thomas Eisen
Räuber: Thomas Braungardt, Christian Clauß, Sascha Göpel, Stefko Hanushevsky, Annika Schilling, Sebastian Wendelin / Benjamin Pauquet
Hermann, Bastard von einem Edelmann: Sascha Göpel
Ein Pater: Annika Schilling
Pastor Moser / Daniel, Hausknecht des Grafen von Moor: Thomas Braungardt
Daniel, Hausknecht des Grafen von Moor: Christian Clauß, Sascha Göpel, Stefko Hanushevsky, Annika Schilling, Sebastian Wendelin / Benjamin Pauquet

und
Musiker: Max Renne
Percussion: Viroumania

Regie Sebastian Baumgarten
Bühne Prof. Barbara Ehnes
Kostüm Ellen Hofmann
Musik Max Renne
Video Stefan Bischoff
Dramaturgie Robert Koall
Licht Michael Gööck