Jean-Paul Sartre

wurde 1905 in Paris geboren. Er studierte von 1924 bis 1929 Philosophie, Psychologie und Soziologie an der Elitehochschule „École Normale Supérieure“. Hier lernte er auch seine Lebensgefährtin Simone de Beauvoir kennen, mit der er bis zu seinem Lebensende eine unkonventionelle Bindung einging, die für folgende Generationen zu einem emanzipatorischen Vorbild wurde. Neben dem Lehrerberuf, dem er ab 1929 nachging, veröffentlichte er Bücher und Aufsätze für Zeitschriften. 1939 wurde Sartre als Sanitäter zum Kriegsdienst eingezogen und geriet 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft, aus der er 1941 entlassen wurde. Danach engagierte er sich als Intellektueller und Autor in der Résistance-Bewegung, während er zeitgleich seine Lehrtätigkeit als Philosophielehrer in Paris wieder aufnahm. Mit Genehmigung der deutschen Besatzungsmacht wurde 1943 sein Widerstand-Drama „Die Fliegen“, in dem er seine Theorie zur menschlichen Handlungsfreiheit und zur Eigenverantwortlichkeit des Individuums darlegte, in Paris uraufgeführt. Im selben Jahr erschien sein philosophisches Hauptwerk „Das Sein und das Nichts“, in dem er diese These weiter vertiefte. 1945 gab Sartre den Lehrerberuf auf und lebte fortan als freier Autor in Paris, wo er auch die politisch-literarische Zeitschrift „Les Temps Modernes“ herausgab. Schnell avancierte er zu einer intellektuellen Institution der Studentenbewegung und zum prägenden Kopf des Existenzialismus. 1964 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, den er jedoch ablehnte. 1973 gründete Sartre die linke Tageszeitung „Libération“, der er bis 1974 als Leiter vorstand. Sartre starb 1980 in seiner Heimatstadt Paris. Mehr als 50.000 Menschen nahmen an seinem Begräbnis teil.