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von Gerhart Hauptmann | Regie: Julia Hölscher | Premiere am 27. Mai 2011 | Kleines Haus 1

Man muss
viel mehr haben
an der Kunst
als seine Freude.

Der junge Gelehrte und verhinderte Dichter Johannes Vockerat lebt mit seiner Frau Käthe glücklich in einem Landhaus am Müggelsee. Endlich haben die beiden ihr lang er­sehntes erstes Kind bekommen und damit scheinbar die Erfüllung ihrer Ehe gefunden. Aber die geschwächte Kindsmutter erholt sich nur langsam, und Johannes hadert mit seiner wissenschaftlichen Arbeit, mit der er nicht vorankommt. Er sieht in der ihn bedrängenden familiären Umgebung keinen Platz, um seine fortschrittlichen Thesen in die Praxis seines Lebens umzusetzen. Als überraschend die russische Studentin Anna Mahr auf der Durchreise bei den Vockerats Station macht, ist Johannes sofort hingerissen von der emanzipierten und selbstbewussten jungen Frau. In ihr findet er erstmals eine Gesprächspartnerin, die ihm ebenbürtig erscheint und seine wissenschaftlichen Interessen teilt. Er lädt die junge Frau ein zu bleiben, und die zunehmende Intensität der Bekanntschaft erweckt Misstrauen und Neid bei seinen Eltern und seiner Frau. Diese fühlt sich isoliert und minderwertig angesichts der intellektuellen Auseinandersetzungen ihres Mannes mit der Fremden. Johannes und Anna müssen erkennen, dass sie ihren Traum von einer freien und gleichberechtigten Beziehung in ihrem angestammten gesellschaftlichen Umfeld nicht leben können. Johannes muss Anna abreisen lassen. Als sie fort ist, rudert er allein hinaus auf den Müggelsee, um zu sterben.

Gerhart Hauptmann schrieb „Einsame Menschen“ 1891 in einer äußerst produktiven Phase seines frühen Schaffens. Er bekräftigte mit dem Werk seinen Ruf als einer der bedeutendsten Vertreter des Naturalismus und zeigte sich einmal mehr als ein präziser und einfühlsamer Beobachter der einfachen Leute in schwierigen sozialen Konstellationen.


Dauer der Aufführung: 1 ¾ Stunden, keine Pause

Besetzung:

Vockerat: Lars Jung
Frau Vockerat: Hannelore Koch
Johannes Vockerat: Fabian Gerhardt
Käthe Vockerat: Ines Marie Westernströer
Braun: Philipp Lux
Anna Mahr: Ina Piontek
Anna Mahr alternierend: Annika Schilling

Regie Julia Hölscher
Bühne Esther Bialas
Kostüm Ulli Smid
Musik Tobias Vethake
Licht Andreas Barkleit
Dramaturgie Jens Groß