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von Dirk Laucke | Regie: Sandra Strunz | Uraufführung 31. Oktober 2009 | Kleines Haus 2
Ein Beitrag zum Festival "After the Fall"

„Und was führt dich an die Grenze?“, fragt Harry. Ich überlege erst, ob das jetzt eine metaphysische Frage ist.

Das neue Stück des 27-jährigen Dirk Laucke handelt von Grenzen, von der DDR, von Deutschland 20 Jahre nach der friedlichen Revolution und von der ­Festung Europa. Es geht um Heimat. Beziehungsweise deren Verlust und wie grausam das sein kann. Für Heiner, einen ehemaligen Panzer-Kommandanten der NVA, stellte der November 1989 einen Wendepunkt in seinem Leben dar. Nun klammert er sich an seinen Traum: eine Panzerfahrschule für Zivilisten.
Jo tummelt sich seit 1989 im Osten, Anna ist mit Ende der DDR aus der Welt gefallen und seither nirgendwo mehr angekommen. Im Hauptberuf schmuggeln die beiden Zigaretten über die deutsch-tschechische Grenze. Nun haben sie einen führerlosen LKW gefunden. Voll mit Schmuggelzigaretten. Und mit zwei Dutzend illegalen Chinesen. Heiner will jedoch nichts davon wissen. Er erwartet Besuch – seine Tochter Manuela, eine diffus linksradikale Politaktivistin mit einem unsteten Leben.
In diesem Panorama fehlgelebter Leben verflechten sich langsam die Biografien, so dass ein vielperspektivisches Bild von vier Heimatlosen entsteht. Sie haben ihre Leben verloren und sind sehnsüchtig auf der Suche nach neuen.
Dirk Laucke, gebürtig aus Schkeuditz/Sachsen, zählt zu den spannendsten Dramatikern seiner Generation – mit einem präzisen Blick für den deutschen Alltag. Für seine gesellschaftlich und politisch engagierten Stücke wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker.
Sandra Strunz inszenierte u. a. am Staatstheater Stuttgart, am Schauspiel Frankfurt, am Schauspiel Hannover und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. In der vergangenen Spielzeit zeigte sie Arbeiten am Theater Freiburg und am Schauspielhaus Zürich.

Dauer der Aufführung: 1 ½ Stunden (keine Pause)

Besetzung:

Jo: Thomas Eisen
Anna: Cathleen Baumann
Heiner: Torsten Ranft
Ela / Martina / Chayenne: Melanie Lüninghöner
am Cello: Friedrich Paravicini

Regie Sandra Strunz
Bühne Katrin Hoffmann
Kostüm Daniela Selig
Musik Friedrich Paravicini
Licht Michael Gööck
Dramaturgie Robert Koall