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König OedipusAuf Facebook teilen

Tragödie von Sophokles | In der Übersetzung von Friedrich Hölderlin („Oedipus der Tyrann“) | Regie: Tilmann Köhler | Premiere am 20. November 2010 | Schauspielhaus


„Tilmann Köhler hat für seine Inszenierung von Sohokles’ ‚König Ödipus‘ die Übertragung Hölderlins gewählt. Diese bringt den Konflikt näher zu den Menschen, erhöht das Gewicht von Rede und Gegenrede und wirkt dadurch griffiger, weniger abstrakt, moderner. Wohl ahnt man die Existenz der Götter, allein, sie vermag nicht abzulenken von dem, was hier eigentlich verhandelt wird: das Problem von Tyrannei und Dekadenz.“
Frankfurter Rundschau, 26.11.2010, Jürgen Otten

„Seine Tragödie erfindet Tilmann Köhler nicht neu, aber er lässt Ödipus, beschmutzt und gereinigt zugleich, in seiner elementaren Polarität eindrucksvoll zu Wort kommen.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2010, Irene Bazinger

„Die Dresdner Inszenierung macht mit der Sprache zumindest alles richtig: Sie gibt den Sätzen ausreichend Platz, um einen Moment zu stehen und verstanden zu werden, lässt immer wieder Luft für Alltagsgesten und heutige Sprechweise. Bindet das Publikum sogar direkt ein, wenn der Chor sich mit in die Reihen setzt. Und besetzt Oedipus mit Christian Friedel, der sich dieser vielschichtigen Figur ernsthaft und natürlich zugleich nähert.“
Sächsische Zeitung, 22.11.2010, Johanna Lemke

„Tilmann Köhler, der die Tragödie des Sophokles jetzt in der Hölderlin'schen Übertragung im Dresdner Schauspielhaus inszeniert hat, nimmt das Schicksal des Einzelnen als Gleichnis für ein allgemeines Verhängnis, das nicht nur bis in unsere Tage reicht, sondern womöglich erst jetzt seine letzte Zuspitzung erfährt. ... Köhlers ästhetisch dichtes Theater erklärt sich als Kunst, dadurch, dass es eben nicht aus der Verantwortung (des selbstständigen Denkens und Handelns) entlässt.“
Dresdner Neueste Nachrichten, 22.11.2010, Tomas Petzold

„Friedel, der durch seine Rolle im Film ‚Das Weiße Band‘ international bekannt wurde und in Dresden unter anderem mit der Verkörperung des ‚Wilhelm Meister‘ Lob einheimste, zeigt Oedipus zwischen Hoffen und Bangen, macht das Schmerzhafte solcher Prozesse ebenso spürbar wie er als König machtbewusste Eitelkeit demonstriert.
Höhepunkte des Abends waren die Dialoge zwischen dem von Lore Stefanek gespielten Seher Tiresias und Friedels Oedipus sowie zwischen diesem und Stefaneks, im Verhältnis zu ihm, sichtbar älterer Jokasta, die ja seine Mutter wie seine Gattin st. Der Zuschauer erlebt das königliche Paar zwischen Lust und fortschreitender, durch Schwager Kreon und diverse Boten, beförderter Erkenntnis. Fast körperlich spürt man die unausweichliche Katastrophe.“
Freie Presse, 26.11.2010, Ingrid Koch