13.04.2018 › Schauspielhaus

Dietmar Wischmeyer „Vorspeise zum jüngsten Gericht“

Handlung
Die Insassen des hiesigen Wohlstands-Archipels suhlen sich in ihrer Furcht vor der ungewissen Zukunft. Digitalisierung, Industrie 4.0., Migration und Globalisierung werden vorwiegend als Verlust wahrgenommen. Es zählen nicht die Chancen, sondern Askese und Verzicht werden zur Staatsreligion: nicht mehr rauchen, weniger saufen, kein Fleisch, kein Weizen, kein Atom, keine Kohle, keine Dieselautos, kein Garnichts mehr. Eine Gesellschaft tut Buße, um der endgültigen Bestrafung doch noch zu entgehen.
Stilvolles Verwelken vor der Zukunft ist das Credo der satten Gespenster am Ende der Gegenwart. Doch was tatsächlich geschieht, ist Selbstverwirklichung als Volkskrankheit. Dietmar Wischmeyer lässt die Saturierten und Gestrandeten auf dem alten Seelenverkäufer „Deutschland“ noch einmal zu Wort kommen. Die Art, wie wir heute leben, war schon gestern vorbei, doch morgen werden auch wir es merken.
Was wird das für ein Gefühl sein, wenn einem der Pflegeroboter einen Blasenkatheter durch den Harnleiter schiebt? Ist in Zukunft die Erotik eine App auf dem Smartphone? Bringt uns Lieferando dann den Fertigfraß aus okkulten Schmurgelküchen und Sterberando räumt im Herbst den toten Opa ab? Sieht so unsere Zukunft aus?
Unternehmer, Turbo-Landwirte, Pastorinnen, Rentner, Praktikanten, Politiker, Aktivistinnen ... der ganz normale Bestand an Insassen dieser Republik erzählt in Wischmeyers Worten vom Verschwinden seiner gewohnten Lebenswelt.
Dietmar Wischmeyer zeichnet in seinem neuen Programm „Vorspeise zum Jüngsten Gericht“ ein Sittenbild der Gegenwart als wohligen Grusel vor dem, was kommt.
Nächste Termine
http://www.staatsschauspiel-dresden.de/
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
Zu Gast
Preis: 19,00 € bis 25,00 €
Pressestimmen
Hannoversche Allgemeine Zeitung
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„Mit zunehmendem Wechsel der Rollen wird spürbar: Hinter den Kaskaden nonkonformistischen sprachlichen Ausdrucks steckt ein Feingeist. Dietmar Wischmeyer ist studierter Philosoph. Unvergleichlich, wie geschickt er Alltagsbegriffe zu verbalen Dampframmen umgestaltet. Also doch nicht nur flüchtige derbe Unterhaltung? Wohl kaum. Durch seine sprachliche Aggressionsabfuhr und die neuen Wortschöpfungen eröffnen sich den Zuhörern vielleicht auch andere Perspektiven auf all die Bedeutsamkeiten, Härten und Entbehrlichkeiten des Lebens. Und diesen Effekt soll ihm erst mal einer nachmachen.“
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Frankfurter Neue Presse
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„Wischmeyers Zeitbetrachtung kennt keine Denksperren. Die explosive Wortgewalt des herausfordernden Dulders trifft alle und alles.“
Frankfurter Neue Presse
Lausitzer Rundschau
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„Wischmeyer ist der Gangsta-Rapper der deutschen Comedy.“
Lausitzer Rundschau
DeWeZet
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„... wäre Dietmar Wischmeyer eine Naturgewalt müsste die Richterskala seinetwegen wohl neu definiert werden.“
DeWeZet
Jeversches Wochenblatt
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„Bei seinen Wortschöpfungen und Entdeckungen müsste er eigentlich fester Mitarbeiter des Duden Verlages werden.“
Jeversches Wochenblatt
Walsroder Zeitung
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„Die sprachlich ausgefeilten Sätze und Wortschöpfungen hämmern wie MG-Feuer ins Gehör. Brüller im Sekundentakt, die Leute glucksen, klopfen sich auf die Schenkel und kämpfen mit Schnappatmung.“
Walsroder Zeitung
Potsdamer Neueste Nachrichten
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„Wischmeyer ist kein Freund vieler Worte – die, die er benutzte, sprühten jedoch Gift und Galle. Dabei entstehen kunstvoll gedrechselte Sätze als gut dosierte Splitterbomben.“
Potsdamer Neueste Nachrichten
Leipziger Volkszeitung
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„Die Zuschauer zerreißen sich fast vor Lachen. Wischmeyer zielt generell scharfsinnig in alle Richtungen.“
Leipziger Volkszeitung
Märkische Allgemeine
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„Es sind diese von Einfallsreichtum und Worterfindungswitz gespickten Dauerkracher, die für unablässig brüllende Lacher sorgen.“
Märkische Allgemeine
Dresdner Neueste Nachrichten
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„Die Pointendichte ist hoch, der Gastgeber ist ein glänzender Vorleser und in mehreren Dialekten bewandert. ‚Ich bin für die Gleichberechtigung aller Lebensäußerungen‘ lautet das Credo zum gepflegten Verbalanschiss.“
Dresdner Neueste Nachrichten