Premiere 16.03.2018 › Schauspielhaus

Die 10 Gebote

mit Schauspieler*innen und Bürger*innen
nach DEKALOG von Krzysztof Kieślowski und Krzysztof Piesiewicz
aus dem Polnischen von Beata Prochowska
für die Bühne bearbeitet von Nuran ­David Calis und David Benjamin Brückel
Auf dem Bild:
Oben: Oliver Simon, Anna-Katharina Muck
Unten: Gudrun Kleinbeckes, Eva Müller, Christiane Dumke, Pina Schubert, Therese Bendjus, Marie Jordan, Mirko Näger-Guckeisen, Björn Reinemer, Andreas Rudolph, Franziska Maywald, Bernd Kunath
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Ruth Marie Wendt, Eva Müller, Therese Bendjus, Andreas Rudolph, Björn Reinemer, Mirko Näger-Guckeisen
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Björn Reinemer, Eva Müller, Mirko Näger Guckeisen, Gudrun Kleinbeckes, Evelin Pallas, Christiane Dumke, Franziska Maywald, Ruth Marie Wendt, Jessica Behr, Cora Spalek, Pina Schubert, Holger Hübner, Therese Bendjus, Andreas Rudolph
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Anna-Katharina Muck, Holger Hübner
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Oliver Simon, Holger Hübner
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Anna-Katharina Muck, Oliver Simon
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Oliver Simon, Jessica Behr, Franziska Maywald, Anna-Katharina Muck, Christiane Dumke, Pina Schubert, Cora Spalek, Gudrun Kleinbeckes, Evelin Pallas
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild:
Oben: Oliver Simon, Marie Jordan
Mitte: Björn Reinemer, Eva Müller, Pina Schubert, Mirko Näger-Guckeisen, Franziska Maywald, Christiane Dumke, Jessica Behr
Unten: Evelin Pallas, Holger Hübner, Cora Spalek, Gudrun Kleinbeckes, Ruth Marie Wendt, Therese Bendjus
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild:
Oben: Björn Reinemer, Eva Müller, Anna-Katharina Muck, Pina Schubert, Mirko Näger-Guckeisen, Ismail Deniz, Franziska Maywald, Christiane Dumke, Jessica Behr
Unten: Marie Jordan, Evelin Pallas, Cora Spalek, Gudrun Kleinbeckes, Holger Hübner, Ruth Wendt, Therese Bendjus
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild:
Oben (Projektion): Oliver Simon, Holger Hübner
Unten: Jessica Behr, Mirko Näger-Guckeisen, Evelin Pallas, Cora Spalek, Eva Müller, Gudrun Kleinbeckes, Irina Schicketanz, Ruth Marie Wendt, Therese Bendjus, Franziska Maywald, Bernd Kunath, Christiane Dumke, Björn Reinemer, Pina Schubert, Andreas Rudolph
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild:
Oben: Oliver Simon, Anna-Katharina Muck
Unten: Andreas Rudolph, Mirko Näger-Guckeisen
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild:
Oben: Oliver Simon, Anna-Katharina Muck
Unten: Andreas Rudolph, Mirko Näger-Guckeisen
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Oliver Simon, Mirko Näger-Guckeisen, Bernd Kunath
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Marie Jordan, Anna-Katharina Muck
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Pina Schubert, Eva Müller, Anna-Katharina Muck, Evelin Pallas
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Pina Schubert, Björn Reinemer, Anna-Katharina Muck, Marie Jordan, Ismail Deniz, Holger Hübner, Franziska Maywald
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Pina Schubert, Evelin Pallas, Anna-Katharina Muck, Oliver Simon, Marie Jordan, Ismail Deniz
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Oliver Simon, Marie Jordan, Ismail Deniz
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Eva Müller, Pina Schubert, Anna-Katharina Muck, Gudrun Kleinbeckes, Evelin Pallas
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Holger Hübner, Ensemble
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Ismail Deniz, Oliver Simon, Holger Hübner
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Anna-Katharina Muck, Jessica Behr, Ismail Deniz, Evelin Pallas, Holger Hübner, Gudrun Kleinbeckes, Oliver Simon, Marie Jordan
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Evelin Pallas, Jessica Behr, Marie Jordan, Gudrun Kleinbeckes, Ismail Deniz, Oliver Simon, Holger Hübner
Foto: Sebastian Hoppe

Handlung

In DEKALOG, seinem legendären Filmzyklus aus den späten 1980er Jahren, widmet sich der polnische Autorenfilmer Krzysztof Kieślowski mit jeweils einem kurzen Spielfilm einem der Zehn Gebote aus dem Alten Testament. Die Politik und der eintönige Alltag mit seiner Bürokratie, mit Käuferschlangen vor den Geschäften, Treibstoffmangel und der Teuerung als permanentem Gesprächsthema bleiben weitgehend ausgeklammert. Stattdessen handeln die lose mit den Zehn Geboten verknüpften Filme in sehr dichten, zugespitzten Episoden von den Leidenschaften, Geheimnissen und Verstrickungen menschlicher Existenz. Die Figuren des Zehnteilers bewohnen eine Plattenbausiedlung am Rande Warschaus. „Hinter jedem Fenster lebt jemand, in dessen Kopf, dessen Herz oder noch besser in dessen Bauch hineinzuschauen lohnenswert wäre“, schreibt der Filmemacher. Da sind z. B. Krzysztof, der ganz und gar dem digitalen Gott vertraut und dadurch seinen zehnjährigen Sohn opfert, Dorota, die ein Kind von ihrem Geliebten erwartet, während ihr Mann Andrzej im Sterben liegt, Jacek, der den Taxifahrer Waldemar brutal ermordet, die junge Majka, die ihr eigenes Kind entführt oder die zwei ungleichen Brüder Jurek und Artur, die einander jahrelang aus dem Weg gegangen sind, plötzlich eine wertvolle Briefmarkensammlung erben und einander um den Gewinn bringen wollen. In der Inszenierung des Staatsschauspiels Dresden werden Kieślowskis fiktionale Spielszenen mit Erzählungen aus der Lebenswirklichkeit von Dresdner Bürger*innen verbunden, die sich ebenfalls assoziativ auf die Zehn Gebote beziehen. Da ist u. a. die Rede von der Schwierigkeit, Vater und Mutter zu ehren, vom Verlust des Mannes, der die Ehe bricht, indem er sich umbringt, oder dem Bruder, der zum Islam konvertiert, mit einem Freund nach Syrien ausreist und dort in einem Auffanglager des sogenannten Islamischen Staats landet. Auf der Bühne verbinden sich Film- und Theatersprache. Mit einem gemischten Ensemble aus Bürger*innen und Schauspieler*innen geht es um die Frage, welche Bedeutung die Zehn Gebote heute für uns haben, in religiöser, moralischer und politischer Hinsicht.
Regie führt Nuran David Calis, der sich in seiner Arbeit häufig mit Glaubensfragen beschäftigt und dafür im November 2017 mit dem Ludwig-Mülheims-Preis ausgezeichnet wurde, der die offene Begegnung des Theaters mit dem Thema Religion fördert. Am Staatsschauspiel Dresden inszenierte Nuran David Calis bereits PEER GYNT, ENDSTATION SEHNSUCHT und DIE JÜDIN VON TOLEDO.
Dauer der Aufführung: 3 Stunden und 25 Minuten.
Eine Pause.

Besetzung

Regie
Nuran David Calis
Kostüme
Musik
Schauspieler*innen
Ismail Deniz, Holger Hübner, Marie Jordan, Anna-Katharina Muck, Oliver Simon
Bürger*innen
Jessica Behr, Gudrun Kleinbeckes, Bernd Kunath, Eva Müller, Mirko Näger-Guckeisen, Evelin Pallas, Cora Spalek, Ruth Marie Wendt
Musiker*innen
Therese Bendjus, Christiane Dumke, Franziska Maywald, Björn Reinemer, Andreas Rudolph, Pina Schubert

Video

Pressestimmen

„Kleine Bürgerbühne ganz groß im Dresdner Schauspielhaus. Die Szenen packen, gehen unter die Haut, sind plausibel und lassen die Stunden unbemerkt verstreichen. Herzlicher Beifall für dieses lebensnahe Theater.“
Dresdner Neueste Nachrichten, Michael Bartsch, 19.03.2018
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19.03.2018
„Kleine Bürgerbühne ganz groß im Dresdner Schauspielhaus. Und endlich eine Inszenierung, der man nicht anmerkt, dass sie nur eine bemühte Verstückung eines Romans oder eines Filmes ist. Sie spricht für sich, obschon der permanente, aber raffinierte doppelte Kameraeinsatz auf die Quelle verweist, auf den polnischen Filmzyklus ‚Dekalog‘ des Regisseurs Krzysztof Kieślowski und seines Koautors Krzysztof Piesiewicz aus den Jahren 1988/89.
Wie beim Filmvorbild wirft diese wichtige Inszenierung des Dresdner Staatsschauspiels die Frage nach Grundlagen unseres Zusammenlebens auf, nicht moralisierend oder agitierend. Und das ist ja wohl die zentrale Frage in einer Gesellschaft, die sich über Grundwerte und ethische Minimalkonsense nicht mehr verständigen kann. Der große Weltschmerz bricht nicht über die Zuschauer herein. Er wird wie beim 30 Jahre zurückliegenden Film übersetzt in den großen Schmerz der Einzelnen in ihren heute erlebten Geschichten und damit wirksam nachvollziehbar.
Die Szenen packen, gehen unter die Haut, sind plausibel und lassen die Stunden unbemerkt verstreichen. Zuweilen gibt es Szenenbeifall für die authentische und Bewältigung ahnen lassende Art, wie Spieler der Bürgerbühne Schicksale schildern. Gudrun Kleinbeckes etwa, die den Selbstmord ihres Mannes als den ‚denkbar brutalsten Ehebruch‘ bezeichnet. Oder Bernd Kunath, der auf bewundernswerte Weise mit einem transplantierten Herzen lebt.
Es gibt eine klare Aufgabenteilung zwischen diesen erzählenden acht Bürgerinnen und Bürgern und den fünf ‚Profis‘, die die Szenen in wechselnden Rollen spielen. Der omnipräsenten, manchmal allegorisch wirkenden Figur im Film kommt Oliver Simon am nächsten. Holger Hübner, der Erzkomödiant, hat seine stärkste Szene im erschütternden Dialog mit seiner Tochter, die gar nicht seine biologische Tochter ist, eindringlich gespielt von Marie Jordan. Auch Anna-Katharina Muck in ihren stillen und vehementen Auftritten und Ismail Deniz hinterlassen einen stimmigen Eindruck. Erwähnung verdient der junge Mirko Näger-Guckeisen an der Schwelle zur Schauspielausbildung, der im Liebeskapitel sechs die Transe Magda spielt.
Gekonnt und stimmig adaptiert ist das Bühnenbild von Irina Schicketanz. Kein Hochhaus wie im Film, aber ein vielfenstriger zweistöckiger Kubus, an dessen Architektur sich manches einfallslose so genannte Stadthaus noch eine Scheibe abschneiden könnte. Hinter den Glasflächen spielen sich die scheinbar alltäglichen Szenen in durchschnittlichen Zimmern ab, werden aber auch lebende Bilder von symbolischer Kraft gestellt. Die Rückfront dient gemeinsam mit einem kastenförmigen Aufsatz als Video-Projektionsfläche. An der Rampe sind rechts und links zwei Tische aufgestellt, an denen die Bürgerinnen und Bürger und die sechs Laienmusiker wie zum Kaffeeplausch sitzen. Hier erfasst sie auch die Kamera. Die Musik Vivan Bhattis mutet den Amateuren nicht zu viel zu, trifft aber die jeweilige Atmosphäre bis hin zu Jazz und Folk-Anklängen.
Zu Recht gab es herzlichen Beifall für dieses lebensnahe Theater, dessen Geschichten nicht so konstruierte Ausnahmefälle sind, wie es in Pausengesprächen gelegentlich anklang.“
Michael Bartsch, Dresdner Neueste Nachrichten
„Regisseur Nuran David Calis, der bereits drei Mal in Dresden inszenierte, ließ sich von Irina Schicketanz ein bemerkenswertes Bühnenbild bauen. Ein drehbarer weißer Kubus.“
Sächsische Zeitung, Rainer Kasselt, 19.03.2018
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19.03.2018
„Regisseur Nuran David Calis, der bereits drei Mal in Dresden inszenierte, ließ sich von Irina Schicketanz ein bemerkenswertes Bühnenbild bauen. Ein drehbarer weißer Kubus ist abwechselnd Abspielfläche für Videos und Haus mit vier Zimmern für die Schauspieler. Auf dem Dachturm wird zur jeweiligen Episode das entsprechende Gebot eingespielt.
Die Schauspieler aus dem Ensemble, allen voran Anna-Katharina Muck, Holger Hübner und Oliver Simon, haben tüchtig zu tun, eilen von Episode zu Episode. Mit ständig wechselnden Kleidern und Perücken, gut ausgewählt von Kostümbildnerin Geraldine Arnold. Schwerer haben es die Laiendarsteller ganz in Schwarz gewandet tragen sie leise und bedachtsam ihre Texte vor. Sie haben nur sich und ihre traumatischen Erinnerungen.“
Rainer Kasselt, Sächsische Zeitung
„Nuran David Calis, der die filmische Vorlage gemeinsam mit dem Dramaturgen Benjamin Brückel für die Bühne bearbeitet hat, setzt auf das gesprochene Wort.“
nachtkritik.de, Rico Stehfest, 17.03.2018
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17.03.2018
„Grundlage des Abends ist ein Klassiker des europäischen Autorenkinos, die zehnteilige Filmreihe ‚Dekalog‘ des polnischen Dokumentarfilmers Krzysztof Kieślowski, die er Ende der 1980er gemeinsam mit Krzysztof Piesiewicz geschaffen hat.
Nuran David Calis, der die filmische Vorlage gemeinsam mit dem Dramaturgen Benjamin Brückel für die Bühne bearbeitet hat, setzt auf das gesprochene Wort. Zwar spielt auch in seiner Inszenierung das Medium Film in Form von Live-Videos eine entscheidende Rolle, dient aber eher als Lupe, um die Gesichter einzelner Akteure ins Überdimensionierte zu vergrößern oder Szenen aus dem Inneren des white cube, der sich an diesem Abend beständig um sich drehen darf, auf dessen Außenwand zu projizieren.
Die Riege der professionellen Schauspieler darf die stark auf ihre jeweilige Kernhandlung eingedampften szenischen Vorlagen Kieślowskis umsetzen, was hauptsächlich im white cube geschieht, der vier Zimmer mit bodentiefen Fenstern aufweist. Die Musiker erzeugen einen fein austarierten Klangteppich. Die beteiligten Dresdner Bürger streuen zwischen Kieślowskis Szenenvorlagen Erzählungen ihrer eigenen Schicksale ein.“
Rico Stehfest, nachtkritik.de
„Die multimediale Inszenierung von Nuran David Calis hat berührende, teilweise erschütternde Momente. Was Menschen tun … Was sie einander antun …“
Dresdner Morgenpost, Guido Glaner, 19.03.2018
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19.03.2018
„Eine Produktion der Bürgerbühne, verschränkt mit professionellem Schauspiel. Eine Handvoll Schauspieler gibt die Szenen des Dekalogs. Dazu, passend zum jeweiligen Gebot, erzählen Bürger aus Sachsen von existenziellen Erfahrungen aus ihrem Leben. In diesen Momenten hat die multimediale Inszenierung von Nuran David Calis berührende, teilweise erschütternde Momente. Was Menschen tun … Was sie einander antun …
Eine ambitionierte Theaterarbeit. Sehenswert auf jeden Fall.“
Guido Glaner, Dresdner Morgenpost
„‚Die 10 Gebote‘ sind harte Kost. Calis bringt sie in dichten Szenen auf die Bühne. Spannend sind die eingeflochtenen Berichte von Dresdner Bürgern.“
idea, evangelische Nachrichtenagentur, Karsten Huhn, 31.03.2018
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31.03.2018
„Das Stück basiert auf dem zehnteiligen Filmzyklus ‚Dekalog‘ des polnischen Regisseurs Krzysztof Kieślowski – einer eher düsteren Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben. Calis bringt sie in dichten Szenen auf die Bühne und arbeitet dafür mit Schauspielern und Bürgern. In dreieinhalb Stunden geht es um Eifersucht und Ehebruch, um Lügen und Geheimnisse, um Habgier, Mordlust und tödliche Krankheiten, kurz: um die Irrungen und Wirrungen der Menschheit.
Noch viel spannender als die Theaterszenen sind allerdings die eingeflochtenen Berichte von Dresdner Bürgern. Es sind zutiefst berührende Lebensgeschichten, bei denen man sich manchmal sorgt, ob der Redner die Kraft hat, sie zu Ende zu erzählen.
‚Die 10 Gebote‘ sind harte Kost. Erzählt und gespielt werden fast ausnahmslos schwermütige, verkorkste, vertrackte Lebensgeschichten. Das Stück wirft dabei die drei großen Menschheitsfragen auf: nach dem Sinn des Lebens, nach dem Umgang mit Schuld und – ein wenig nur – nach dem Finden von Gott. Mit Antworten hält sich dieser Abend zurück. Man lernt: Ohne Aussicht auf Erlösung sind die Zehn Gebote der größte Murks.“
Karsten Huhn, idea, evangelische Nachrichtenagentur