Henrik Ibsen

wird 1828 als Sohn einer Kaufmannsfamilie in Skien / Norwegen geboren. Nach Zahlungsunfähigkeit des Vaters verliert die Familie ihr Haus und zieht nach Venstop. 1844 beginnt Ibsen mit sechzehn Jahren eine Apothekerlehre in Grimstad. Nach ersten schriftstellerischen Versuchen, dem Privatdruck des Stückes Catlina und Mitarbeit an verschiedenen Zeitschriften wird er 1851 Dramaturg am „Norwegischen Theater“ in Bergen. 1852 unternimmt er eine mehrmonatige Studienreise nach Kopenhagen und Dresden. Er schreibt weitere Stücke seines Frühwerkes. 1857 wird er künstlerischer Leiter des „Norwegischen Theaters“ in Christiania (heute Oslo). Nachdem das „Norwegische Theater“ in finanzielle Schwierigkeiten gerät, muß Ibsen seine Tätigkeit dort einstellen. Er bewirbt sich um ein Reisestipendium der norwegischen Regierung, das er schließlich 1864 erhält. Von 1864 an lebt er 27 Jahre „im freiwilligen Exil“ im Ausland: zunächst in Rom (bis 1868), dann in Dresden (1868 – 1874), in München (1875 – 1880), wiederum in Rom (1880 – 1885) und schließlich wieder in München (1885 – 1890). 1866 gelingt ihm der literarische Durchbruch mit Brand. Die norwegische Regierung bewilligt ihm eine jährliche Dichtergage. 1867 schreibt er Peer Gynt. Als Vertreter Norwegens nimmt er u. a. 1869 an der Eröffnung des Suezkanals und 1873 an der Wiener Weltausstellung teil.  1876 wird zum erste Mal ein Stück von Ibsen außerhalb Skandinaviens aufgeführt: Die Helden auf Helgoland am Hoftheater München. Mit Stützen der Gesellschaft (1877) beginnt die rasche Folge seiner Gesellschaftsdramen, die ihn weltberühmt machen und überall in Europa gespielt werden: Nora oder Ein Puppenheim (1879), Gespenster (1881), Ein Volksfeind (1882), Die Wildente (1884), Rosmersholm (1886), Die Frau vom Meer (1888), Die Freie Bühne Berlin (das heutige Deutsche Theater) wird 1889 mit Gespenster eröffnet. Vor seiner Rückkehr nach Norwegen schreibt Ibsen noch Hedda Gabler. 1890 kehr er nach Norwegen zurück. Dort entstehen u. a. die Stücke Baumeister Solness (1892) und John Gabriel Borkmann (1896), das von einem zahlungsunfähig gewordenen Bankier und seiner Familie handelt. 1898 erscheint die erste deutsche Gesamtausgabe seiner Werke. 1900 erleidet Ibsen einen Schlaganfall und ist nicht mehr arbeitsfähig. 1906 stirbt er und erhält ein Staatsbegräbnis.