tier. man wird doch bitte unterschicht
von Ewald Palmetshofer | Regie: Simone Blattner | Uraufführung am 11. September 2010 | Kleines Haus 2
Wir sind inmitten einer dörflichen Kleinbürgerödnis. Ein Ort am Rand. Da ist Erika, die ab und zu dem alten Schuldirektor pflegerisch zur Hand geht und am Wochenende kellnert. Da ist der Sohn vom Direktor, der in der Stadt lebt und sich nur selten um den Vater kümmert. Und da ist dieses gemeinsame Erlebnis von vor vielen Jahren, wo die drei sich ziemlich nahegekommen sind. Während der Alte seine Todessehnsucht zelebriert und der Junge sich mit seinem Leben in der Stadt arrangiert, ist es nur Erika, die noch das Warme sucht. Sie glaubt, dass sie den Menschen in ihr drin zum Schmelzen bringen kann, so dass die Wörter kommen. Auf keinen Fall darf das Tier, das die Worte zerfleischt, den Menschen in ihr auffressen. Deshalb kämpft sie gegen die Sprachlosigkeit. Denn das ist es doch, was die Menschen vom Tier unterscheidet: Tiere sprechen nicht.
„tier. man wird doch bitte unterschicht“ ist Ewald Palmetshofers neuestes Stück, das im Rahmen des Dramatiker-Preises des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft (BDI) entstanden ist und von der Regisseurin Simone Blattner uraufgeführt wird. Am Staatsschauspiel Dresden inszenierte sie zuletzt Martin Heckmanns’ „Zukunft für immer“, der 2010 zu den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin eingeladen wurde.
Besetzung
Cathleen Baumann (Erika / Frau), Picco von Groote (Sopran / Expertin / Greißlerin / Kind), Sophia Löffler (Alt / Expertin / Freundin / Kind), Stefko Hanushevsky (Counter / Experte / Stammgast / Kind), Thomas Eisen (Tenor / Experte / Direktorssohn / Kind), Thomas Braungardt (Bariton / Experte / Freundinnengatte / Kind), Albrecht Goette (Bass / Experte / alter Direktor / Direktor)
Bühne Simeon Meier
Kostüm Nadine Grellinger
Dramaturgie Julia Weinreich
Musikalische Leitung Thomas Mahn
Licht Rolf Pazek