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Der Besuch der alten DameAuf Facebook teilen

von Friedrich Dürrenmatt in einer Neubearbeitung von Armin Petras | Regie: Armin Petras | Premiere am 12. Dezember 2009 | Kleines Haus 1


Westbesuch

Aus Dürrenmatts Nachkriegs-Rachedrama ist in Petras' freier Variation ein Drama der Nachwendezeit geworden. Ein pochendes, bittergroteskes, teils satirisch angespitztes Stück über menschliche Verhältnisse und ihre Wandelbarkeit. Letztlich handelt der Abend von misslingender Verständigung über ein teuflisch unmoralisches Angebot, nicht anders als bei Dürrenmatt, nur näher herangerückt an das Panorama von 1989, mit Extremanbiederung im Kampf um Investoren, mit Stasi-Akten, mit Arbeit, die fehlt.
nachtkritik.de, 12.12.2009, Ralph Gambihler

Rache ist käuflich - und zärtlich

Vor allem aber ist Christine Hoppe hier die zeitlos und mädchenhaft Schöne, manchmal Überirdische. Immer wieder fällt die zynische Fassade ab und zeigt das verletzbare und verletzte Mädchen, das den Verlust ihres ersten Liebestraumes nicht verkraftet hat und nicht verkraften will. ... Berührend. ... Hervorragende Dresdner und Berliner Schauspieler. Endlich eine kantige, aber gelungene ‚Vergegenwärtigung’ eines schon klassisch zu nennenden Stoffes.
Dresdner Neueste Nachrichten, 14.12.2009, Michael Bartsch

Dieser Abend hat „Szenen, die ihm eine staunenswerte Dichte und Dringlichkeit verleihen, vor allem dank Christine Hoppe. Sie erspielt sich für ihre Clara eine kühle Unberechenbarkeit, die ihrer Figur tragische Weite verleiht. ... Stark ist der Anfang, weil Petras hier reliefartige Bilder auf die Stufen stellt, stark ist auch der Schluss, wenn sich das ohnehin gute Ensemble zum Chor formiert: ‚Ungeheuer ist viel, doch nichts ungeheurer als die Armut.’ Und viel in dieser Inszenierung weigert sich, als schlichte Moralfuchtelei genommen zu werden. Dieser Abend lässt sich nicht auf die deutsch-deutsche Geschichte und nicht auf eine Moral-Story verkleinern. Er rennt leidenschaftlich gegen jene Wände an, die Menschen voneinander trennen.
Berliner Zeitung, 14.12.2009

Souverän. Es gelingen grelle Momentaufnahmen von Charakteren und Verhaltensweisen, wie sie im alltäglichen politischen Geschäft von heute üblich sind. Das hat den Glanz blitzgescheiter Satire und behält doch mehr als nur eine Spur Trauer.
Der Tagesspiegel

Ein starkes Berlin-Dresdner Ensemble.
Neues Deutschland