Die Katze
von Georges Simenon | Kleines Haus 3
Eine tote Katze und ein ausgestopfter Papagei, das sind die Eckpfeiler dieser Ehehölle. Emile und Marguerite sind ein spätes Paar. Beide verwitwet, lernen sie sich erst im Rentenalter kennen – vielleicht hätte es ein kleines Glück werden können. Doch bald zeigt sich, dass die Unterschiede nicht überbrückbar sind: Sie eine feinsinnige Keksfabrik-Erbin, er ein bodenständiger Bauarbeiter, sie Herrin eines leuchtenden Ara, er Besitzer einer Straßenkatze. So verfeindet diese beiden Tiere, so verfeindet sind bald auch die Eheleute. Als Emile eines Tages seine Katze tot im Keller findet, fällt sein Verdacht sofort auf seine Frau. Sie hat es ausgenutzt, dass er mit Fieber im Bett lag. Sie hat einen unliebsamen Mitbewohner aus dem Weg geräumt. Sie hat die Katze vergiftet. Seine Rache trifft den Papagei. Ab da wird nur noch schriftlich kommuniziert. Schlag auf Schlag, Stich auf Stich und Treffer auf Treffer. Enden kann der Kampf nur mit dem Tod – doch wer geht zuerst?
Ein Kabinettstück, ein Gruselmärchen, ein Psychothriller – Georges Simenon, Autor der Maigret-Krimis, beweist nicht zuletzt mit diesem Roman, dass er nicht nur einer der besten französischsprachigen Kriminalautoren ist, sondern auch ein Kenner menschlicher Abgründe.
Erschienen im Diogenes Verlag Zürich.
Besetzung:
Albrecht Goette, Helga Werner