Gianmaria Testa „Vitamia. Mein Leben.“
Das neue Programm und die neue CD des italienischen Lied-Poeten | 19. Februar 2012 | Kleines Haus 1, Musik zwischen den Welten
präsentiert von der Konzert- und Theateragentur Andreas Grosse
GIAN MARIA TESTA Gesang / Gitarren
GIANCARLO BIANCHETTI Gitarren
NICOLA NEGRINI Kontrabass / Bassgitarre
PHILIPPE GARCIA Schlagzeug / Percussion
„Ein Freund sagte einmal zu mir: Versuch, dein Leben nicht in Jahren, sondern in Tagen zu messen. Du wirst staunen, wie sehr das deine Perspektive verändert. – Er hatte recht: Alles wird schneller und kleiner. Ein Tag ist eine kleine Einheit, die man fast in Atemzügen messen kann. Jahre dagegen sind metaphysische Zeitspannen. Eigentlich sollte das Album ‚18 mila giorni‘ (18 Tausend Tage) heißen, denn so alt war ich, als ich anfing. Aber dann wurden es 19 Tausend Tage und das Material war nicht fertig. Stattdessen heißt es ‚Vitamia‘ (Mein Leben), in einem Wort geschrieben. Das hat mehrere Gründe. Einer davon ist, dass ich nicht den Anspruch hatte, eine vollständige Zusammenfassung oder Bilanz aufzustellen. Das Album entstand langsam. Das ist zwar keine Erfolgsgarantie, doch erlaubt es eine bewusste und mit anderen geteilte Sedimentation. In diesem Fall leistete jeder einzelne Musiker einen wichtigen kreativen Beitrag, der weit über das simple ‚Nur-Spielen‘ hinausging.
Fünf Jahre sind vergangen seit meinem letzten Album. Eine lange Zeit! - Das sagen die, die mit Deadlines arbeiten. Ich aber glaube, dass man dann ein Album macht, wenn man etwas zu sagen hat, vor allem sich selbst. In den vergangenen Jahren fiel es mir schwer, zu schreiben. Ich war eingenommen von einer einzigen, lähmenden Frage: WARUM?“ Gian Maria Testa
1958 in einer Bauernfamilie im nord-italienischen Cuneo geboren, erlernte Gianmaria Testa als Autodidakt Gitarre spielen und begann früh zu komponieren. Erst mit Mitte 30 jedoch gewann er zweimal in Folge den ersten Preis des Festivals von Recanati für Nachwuchs-Liedermacher. Dort traf er die französische Produzentin Nicole Courtois Higelin, die sein LP-Debüt „Montgolfières“ produzierte, ein Album, welches ihn in Frankreich bekannter machte als er es damals in seiner italienischen Heimat war.
Auf der Bühne entpuppte sich Testa ebenso als besonderer Künstler mit großer Aura und Präsenz. Innerhalb eines Jahres nach seinem französischen Konzertdebüt schaffte er es bereits, 1996 im legendären und mit 2.500 Menschen ausverkauften Pariser „Olympia“ aufzutreten.
Fünf Jahre nach „Da questa parte del mare“, Testas letztem Album (welches er als Gast dieser Konzertreihe auch in Dresden vorstellte) erscheint nun sein neues, autobiografisch geprägtes Programm mit Songs voller persönlicher und politischer Reflexionen, die fast fünfzig Jahre oder eben „18 Tausend Tage“ überspannen. So wie das Leben selbst ist auch „Vitamia“ ein großes Kaleidoskop menschlicher Emotionen, angereichert mit musikalischen Farben und rhythmischen Nuancen, mit einer großen Freude am Musizieren und einer ausgefeilten Balance zwischen kräftig und sanft.