unart! Nah an mir
„Best of“ am 23. Februar 2010 | Kleines Haus 1
Der Jugend-Performance-Wettbewerb unart 2010
unart! Nah an mir
Die Tournee des unart-Performance-Wettbewerbs macht Station in Dresden. Jugendliche aus Frankfurt, Berlin, Hamburg und Dresden zeigen ihre Performances. In acht 15-minütigen Stücken erzählen die jungen Darsteller Geschichten aus ihrem Leben, erzählen von ihren Träumen und Sehnsüchten, ihren zukünftigen Plänen, ihren Sorgen und ihrem Alltag. Dabei nutzen sie vielfältige künstlerische Mittel wie Theater, Musik, Tanz, spontane Textimprovisationen, Video. Entsprechend spannend und abwechslungsreich ist der Abend.
Wir laden Sie herzlich ein!
unart, so heißt der Performance-Wettbewerb für Jugendliche, der von der BHF-Bank-Stiftung in Zusammenarbeit mit Theatern in vier deutschen Städten veranstaltet wird. Wer in Hamburg, Frankfurt, Berlin oder Dresden eine gute Idee hatte und zwischen 13 und 18 Jahre alt war, konnte sich im vergangenen Jahr bewerben, um dann gemeinsam mit einem künstlerischen Coach seine Ideen umzusetzen. Die Idee sollte mit dem Leben der Teilnehmer zu tun haben und mindestens zwei Kunstformen beinhalten. Am Thalia Theater Hamburg, Schauspiel Frankfurt, Maxim Gorki Theater Berlin und hier am Staatsschauspiel Dresden wurden dann schließlich im Januar jeweils acht Mini Performances auf die Bühnen gebracht. Jurys haben daraus jeweils die zwei besten Gruppen ihrer Stadt ausgewählt, die jetzt im Februar gemeinsam mit den Gewinnern der anderen Städte auf Tournee gehen dürfen.
Das Tournee-Programm:
Aus Hamburg:
EIN NEUER TAG, DIESELBEN SORGEN
Performer: Ebad Yamrali (18), David Ashimolowo (18), Raphael Rau (18), Niklas Hess (19)
Coach: Alina Gregor (Schauspielerin, Regisseurin, Theaterpädagogin)
Vier Freunde lassen ihre Wut auf die Gesellschaft heraus. „Wisst ihr,ich will ehrlich sein. Ich habe es satt. Jeden Tag das Gleiche. Ichverpenne den Tag, rauche Gras, trinke Alkohol, habe keinen Job. MeineMutter weint immer und mein Vater? Kein Plan, was der Wichser macht.Scheiße man, ich weiß, ich hab Talent, und das Leben verspricht so viel.Soll das hier alles sein?“
FUTURE TRACK
Performer: Omid Reza Pourdkhani (18), Vitalij Persydskyy (19), Ricardo Holzfuß (18), Noah Kibe Karis (18), Christian Zeug (17), Tristan Jadzewski (17), Robin Beckmann (17), Amin Darid (16), Jil Waterman (16), Elias Kisansi (12)
Coach: Antje Pfundtner (Choreografin)
Der Blick in die Zukunft ist ungewiss, man weiß nie, was als nächstespassiert. Zehn Jugendliche aus Hamburg und Umgebung erzählen ihre ganzpersönliche Lebensgeschichte und fragen sich, wo ihr Weg sie nochhinführt. Da will der eine Astrophysiker werden und überlegt, wie ersein Ziel erreichen kann, während der andere schon zielstrebigversucht, seinen ganz großen Traum zu verwirklichen, und dabei einenStein nach dem anderen aus dem Weg schaffen muss... Livemusik triffthier auf Tanz und biografische Texte.
Aus Dresden:
SCHÖNE SCHULE
Performer: Alexander Glöckner (15), Greta Heitsch (16), Paul John (16), Ronny Mehnert (16), Johann Schuster (16), Anne Seibl (16), Mai Van Luc (16), Julian Bönisch (15), Elias Jansch (15), Tina Pobbig (17)
Coaches: Tamara Saphir (Tänzerin und Choreografin), Dorle Trachternach (Autorin und Theaterpädagogin)
Kooperationspartner: HOGA-Mittelschule (Vertiefungskurs Darstellendes Spiel)
Das ist meine Schule. Das sind meine Mitschüler. Meine Lehrer. Das istder Flur, den wir immer langgehen. Das ist mein Platz. Meine Tasche,meine neuen Schuhe. Ey, was sind das denn für Arschklamotten, hastekein Geld zuhause? Wenn man Angst hat, das riechen die. WichserSchwuchtel Arschloch, das ist ja so das Normale. Aber so lange dubeschimpft wirst, biste ja wenigstens noch da. Man sagt immer, eskönnte jeder sein. Die meisten, sagt man, sind unauffällig. Ich binunauffällig. Na dann.
WUNDERKERZE
Performer: Julius Gilbert (17), Anna Sophie Schindler (18) Cello: Alma Stolte (16)
Coach: Jan Maak (Schauspieler)
„Wunderkerze“ erzählt vom Lebensgefühl dreier Achtzehnjähriger zwischenSchule, Berufswunsch und der Überforderung durch die Möglichkeiten desLebens heute: „Wir wollen unsere Geschichte erzählen. Nämlich die, dasswir keine haben. Wir werden verschluckt vom Sog der Ereignisse. Wirkommen aus dem Nichts und wollen euch nichts vormachen. Keine Story undauch kein Happy End. Wir haben kein Statement und auch keine Haltung.Oder doch? Wir haben vergessen, was wir sagen wollen, weil alles zuschnell geht. Weil die Wunderkerze nur noch zwei Minuten brennt und dasTischfeuerwerk nicht hält, was es verspricht.“
Aus Frankfurt:
HOFFNUNG IM TÜ TÜ
Performer: Shanaya Da Silva Pahl (18), Laura Cortés Jurkovi (17), Lara Wiegels (17), Katharina Soemer (18), Inès Borgel (16)
Coach: Bettina Hoppe (Schauspielerin), Monica Muñoz Marin (Tänzerin und Choreografin)
Kooperationspartner: Congusto freies Theater Frankfurt e.V.
Wir sind vier Jugendliche, die alle ihre eigene Geschichte haben.Momente, die uns prägten und uns zu dem gemacht haben, was wir heutesind, werden in unserer Performance thematisiert und mit Hilfe vonMusik und Tanz dargestellt. Begleitet wird dies von einer Ballerina,die in manchen Situationen sichtbar ist und in anderen so fern scheint.Oder ist diese Ballerina doch nur ein Produkt der Fantasie?
LEBENSWERT
Performer: Delphina Hennig (19), Moritz Häußler (18), Sabrina Ronco (17), Lena Entezami (16)
Coach: Ursula Schmidt (Video-Künstlerin)
„Wofür lebe ich?“ - das fragte er sich, als er sprang. Wohin?
In unserer Performance suchen wir nach Antworten.
Aus Berlin:
FARBEN SIND GEFÜHLE
Performer: Joana Ußler (15), Christina Luchs (15), Luisa Raabe (15), Lucie Braun (14), Antonia Lautenschläger (14)
Coach: Ulrike Stelzig-Schaufert (Kostüm- und Bühnenbildnerin), StellaKonstantinou (Performance-Künstlerin und Theaterpädagogin)
Kooperationspartner: Tanzschule Azucar, Atelier Lesnik
Wut, Trauer, Energie, Freude, Langeweile - das alles steckt in uns,gärt in uns, kämpft in uns, will aus uns heraus. Gefühle sind Bewegung,und Gefühle sind Farben, und beides soll unsere Emotionen sichtbarmachen: an uns selbst und an unserer Umgebung, in der wir unsere Spurenhinterlassen. Mit Hilfe einer Bühnenbildnerin und einerPerformance-Künstlerin wollen fünf Jugendliche aus Berlin-Friedenaudiesem Gedanken Ausdruck geben.
WEGE
Performer: Léonie Cujé (17), Lilot Kammermeier (17), Hannah Schutsch (16), Jacob Hühn (18), Tim Vormbäumen (18)
Coach: Isabel Robson (Bühnenbildnerin, Szenografin und Videofilmemacherin)
Kooperationspartner: productions studio
Wege, Weggabelungen, Wegkreuzungen. Nach links oder rechts? Lebenswege,Schicksalswege ... „Ich hätte dich nie getroffen, wenn ich damals denspäteren Bus genommen hätte.“ „Ich hätte etwas ganz anderes studiert,wenn da nicht nachts dieser Typ mit dem Hund gewesen wäre.“ Aus solchenTreffen können Freundschaften hervorgehen, Liebespaare, Kinder - oderman geht weiter, Augenkontakt, einen Augen-Blick lang. Unsinteressieren die zufälligen Begegnungen im Leben, Menschen, die sichplötzlich über den Weg laufen, und für die diese Begegnung das Leben verändern kann.
„unart“ ist eine Initiative der BHF-BANK-Stiftung in Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt, dem Maxim Gorki Theater Berlin, dem Thalia Theater Hamburg und dem Staatsschauspiel Dresden
www.unart.net
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