Ein Liederabend über verpasste Chancen | Regie: Jan Gehler | Kleines Haus 3 Die ranzige kleine Kneipe an der Ecke ist eine echte Männerdomäne. Hier sind sie unter sich und ungestört. Hier trifft man sich auf ein Bier nach der Arbeit, aber hier verkriecht man sich auch. Wenn ein Mann gerne allein sein und sich in seinem Selbstmitleid baden möchte, dann wählt er mit Vorliebe einen der öffentlichsten Orte: seine Stammkneipe. Vier Männer, die wie die skurrilen Wiedergänger der seelischen Nöte einer ganzen Spezies wirken, sitzen – gefangen im Bermudadreieck ihrer eigenen Überforderung mit dem Leben – in einer solchen Eckkneipe. Coole Floskeln und Männlichkeitsrituale glauben sie sich selbst kaum noch, und eigentlich hocken sie sich mit ihrer ganzen stumpfen Trübsinnigkeit doch bei vielem auch selber im Weg. Das könnte ihnen zwar eigentlich klarer kaum sein, doch irgendwie macht diesen Vieren alles, was da draußen auf sie wartet, auch so viel Angst, dass sie sich lieber in ihrer bierseligen Kneipenroutine einkuscheln und sich damit begnügen, den Status Quo zu beklagen, zu rechtfertigen, zu glorifizieren. Es muss sich was ändern! Gleich geht’s los. Aber ein Kleines nehm’ ich vorher noch.
Sascha Göpel, Holger Hübner, Sebastian Wendelin
am Piano: Benjamin Rietz
Regie Jan Gehler Bühne und Kostüm Sabrina Rox Dramaturgie Luise Mundhenke