„Überraschend und verführerisch. Ein Aha-Erlebnis fürs Dresdner Theaterpublikum. Die dreistündige Bühnenfassung des Goethe Romans im Schauspielhaus zeigte schon fast bilderbuchreif, was Theater vermag: überraschen, fesseln, erheitern, verführen, anregen, bewegen. Wunderbar wie die Regisseurin die Faszination des Helden am Puppenspiel leitmotivisch aufgreift und damit den Zauber des Theaters um eine poesievolle Ebene erweitert. Doch was wäre dieser Abend ohne die grandiosen Schauspieler. Allen voran Christian Friedel in der Titelrolle. Was er aus sich herausholt ist überragend. Als Träumer, gekränkter Liebhaber, armer Verführter. Und mit welcher Kraft der Liebe er im hellsten Sopran ‚seine Gräfin’ ansingt, und zu welch einem Berserker er in seiner Traumrolle Hamlet werden kann – sensationell! So lustvoll, frisch, lebendig kann’s weitergehen!“ Dresdner Morgenpost, 21.09.2009
„Als fantasievolle, poetische Reise in die Welt des Theaters inszeniert Regisseurin Friederike Heller dieses Werk. Kasperpuppen lieben und bekriegen sich, Marionetten hüpfen an ihren Fäden umeinander, Handpuppen entwickeln ein so eindrückliches Eigenleben und sehen so lebensecht aus, dass man sie nach ihrem werten Befinden fragen möchte. Denn viele Figuren sind sozusagen doppelt besetzt, vom Schauspieler und einer ihm ähnlichen Puppe. Selbst der Sänger der Hamburger Band Kante, Peter Thiessen, leiht seiner eigenen Puppe Stimme und Gitarrensong, spielt außerdem mit seinen Musikern eigenkomponierte rockige Popsongs und zarte Lieder nach Goethetexten. Ein Stoff, vollgepackt mit Goethe’scher Weisheit. Eine durchdachte Inszenierung, die mit starken Bildern, fantastischen Szenen beeindruckt und auch manchmal etwas rätselhaft erscheint. Und die mit einer beeindruckenden schauspielerischen Ensembleleistung besticht, die begründet hoffen lässt für Kommendes. Allen voran Christian Friedel, der den Wilhelm Meister in jedem Moment mit unglaublicher mimischer und körperlicher Präzision verkörpert. Meister ist erst kindlich übermütig, dann jugendlich starrsinnig, am Schluss väterlich stolz; immer ein wenig naiv, aber nie dumm. Und Rosa Enskat läuft als keiferische Schauspielerin Aurelie zu Höchstform auf, bietet eine beinahe kabarettistische Nummer vom Feinsten. Das Publikum reagierte begeistert.“ Sächsische Zeitung, 21.09.2009, Valeria Heintges
„Goethes Bemerkungen zum Unterschied zwischen Roman und Drama beherzigend, war die Regisseurin nicht nur mit viel Geschick um eine ‚eilige Handlung’ bemüht, sie hat auch frappierende szenische Entsprechungen für verzweigte, vielschichtige Entwicklungen gefunden.“ Dresdner Neueste Nachrichten, 21.09.2009, Tomas Petzold
Friederike Heller hat mit viel Lust an der Bühnenzauberei, buntem Puppenspiel und saftigen Pop-Live-Einlagen der Pop-Band Kante „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ hingetuscht. Neue Zürcher Zeitung, 20.10.2009, Dirk Pilz
"Christian Friedel, der Wilhelm Meister, sieht im blau gestreiften Hemd mit dem blitzendweißen Kragen ungemein brav aus. Seine Ausbrüche schusseliger Vitalität wirken dagegen so chaotisch-charmant, dass es niemanden wundern muss, dass die Frauen ihm angezogen wie vom Licht reihenweise zufliegen. Ein allerliebster Bub, ein großer Naiver und ein toller Schauspieler." Frankfurter Rundschau, 29.12.2009, Peter Michalzik