Telmo Pires & Ensemble „Fado Adentro“
27. Februar 2011 | Kleines Haus 1, Musik zwischen den Welten
präsentiert von der Konzert- und Theateragentur Andreas Grosse
TELMO PIRES Gesang
MARIA BAPTIST Grand Piano
IVO GUEDES Portugiesische Gitarre
HENRIQUE SILVA Portugiesische Gitarre
Ein klassischer Fall von Immigration und Integration: Telmo Pires, in Portugal geboren, in Deutschland aufgewachsen, lebt heute in Lissabon und Berlin. Er lebt die Kulturen beider Länder, spricht perfekt beide Sprachen und zeigt, dass Integration möglich ist, ohne die eigenen kulturellen Wurzeln zu verlieren.
Bei einem Auftritt in einer Talkshow des portugiesischen Fernsehens wurde er als „Botschafter des Fado in Deutschland“ angekündigt. Doch mit diesem Auftritt wurde er zum Botschafter von Deutschland in Portugal: Er erzählte von seinem Leben hier, seiner Arbeit, den Musikern, mit denen er arbeitet – und beim Thema Berlin geriet er förmlich ins Schwärmen. Die Resonanz auf die Sendung war so groß, dass er sich entschied in Lissabon zu bleiben, um dort zu sein, wo der Fado entstanden ist und wo er jede Nacht immer wieder neu entsteht: in den Bars, den Restaurants, in den Gassen und Straßen der alten Stadtviertel Alfama und Bairro Alto. Von dem nostalgischen Schleier, der den Blick auf die Stadt und ihre Musik manchmal zu verklären vermag, hat sich Telmo Pires schon vor langer Zeit befreit. Er kennt die wunderbaren aber auch die dunklen Seiten Lissabons – wie die des Fados.
Sein neues Programm „Fado adentro“ beschreibt genau das: sich „in“ den Fado zu begeben. Sich ihm hinzugeben und sich mit ihm zu vereinen. Pires kämpft für die Wahrhaftigkeit des Fado und erobert das Publikum mit seiner Stimme, seinem ganzen Körper, seiner Leidenschaft und seinem Humor. Seine kraftvolle Bühnenperformance unterscheidet sich maßgeblich von der seiner männlichen Kollegen. Er braucht den Platz, die Bewegung, den physischen Ausdruck. Die Geschichten, von denen er singt, spiegeln sich in seinem Gesicht, seiner Haltung und Gestik wider. Mal erscheint er bedrohlich und im nächsten Moment droht er an seiner Leidenschaft zu zerbrechen. Auch das zahlreiche Publikum im berühmten Lissabonner Fado-Restaurant „Café Luso“ war von ihm und seiner Art verzaubert.
Begleitet wird er von den portugiesischen Gitarristen Ivo Guedes und Henrique Silva. Beide musizieren sowohl in Portugal als auch in Deutschland in diversen Formationen, zuletzt gemeinsam mit Pires im Ballett „Fado = Schicksal“ am Stadttheater Gera. Dabei ist auch die Berliner Pianistin Maria Baptist; mit ihr hat Pires 2009 das Album „Sinal“ veröffentlicht und gemeinsam im Duo im Rahmen dieser Konzertreihe begeistert.