FORTBILDUNGEN FÜR FACHSCHAFTEN UND MULTIPLIKATOR*INNEN AN SCHULEN

In vierstündigen Fortbildungen untersuchen wir spielpraktisch Themen und Inhalte der nachstehend aufgeführten Inszenierungen unseres Spielplans, vermitteln Methoden der szenischen Interpretation und erkunden gemeinsam, wie der Theaterbesuch im Unterricht verankert bzw. vor- und nachbereitet werden kann.

HERR DER DIEBE

nach dem Roman von Cornelia Funke

Keiner kennt seinen Namen oder seine Herkunft. Sein Gesicht bedeckt er mit einer Maske. Er ist der Herr der Diebe, einer Kinderbande, die er mit dem Verkauf der Beute aus seinen Raubzügen über Wasser hält. Prosper und Bo, zwei Ausreißer, die nach dem Tod der Mutter getrennt werden sollen, finden Unterschlupf in dieser Kinderbande in Venedig. Verfolgt werden sie von ihrer bösen Tante und dem Detektiv Victor. Als Victor den Kindern tatsächlich auf die Spur kommt, bringt er dadurch alle in Gefahr. Aber endgültig scheint die Gemeinschaft der Bande auseinander zu brechen, als ein rätselhafter Auftrag, erteilt von dem mysteriösen „Conte“, die Kinder auf eine Laguneninsel führt. Diese Insel, von außen unbewohnt und einsam scheinend, birgt ein Geheimnis, das alles verändert.
Was zeichnet eine wahre Freundschaft aus? Wem vertraust du Geheimnisse an? Warum wärst du manchmal gern schon erwachsen? Was dürfen Erwachsene, was Kinder nicht dürfen? Und was bleibt Erwachsenen im Gegensatz zu Kindern verwehrt? Diese und andere Fragen, die im Rahmen des Unterrichts Anregungen bieten können, stehen im Mittelpunkt dieser Fortbildung.
Leitung: Bettina Seiler. Für Lehrkräfte aller Schularten. Termin: 13.11.207

IN SEINER FRÜHEN KINDHEIT EIN GARTEN

von Christoph Hein

In verschiedenen Zeitebenen wird in dem Roman von Christoph Hein untersucht, warum eine Familie durch den ungeklärten Todesfall des Sohnes – eines mutmaßlichen Terroristen – nicht zur Ruhe kommt. Der ehemalige Schuldirektor Richard Zurek begibt sich auf die Suche nach den Umständen des Todes seines Sohnes Oliver und versucht gleichzeitig, die Gründe für dessen Wandel zur Illegalität zu begreifen. Er beschließt sogar, den Staat zu verklagen. Der Fall gerät in die Schlagzeilen, der Innenminister tritt zurück, der Generalbundesanwalt wird in den Ruhestand entlassen. Trotzdem wird das Ermittlungsverfahren wenige Monate später eingestellt.
„In seiner frühen Kindheit ein Garten“ erzählt aus zweierlei Perspektive über die Hinterbliebenen der dritten RAF-Generation. Themen wie Rechtsstaat und Demokratie, politische Radikalisierung, die Rolle der Medien, aber auch Familie, Ehre und Erziehung werden im Zentrum dieser Fortbildung stehen.
Leitung: Bettina Seiler und Philipp Teich. Für Lehrkräfte an Gymnasien. Termin: 28.11.2017

MARIA STUART

von Friedrich Schiller

Zwei Frauen, Königinnen, Cousinen. Die eine, Maria, flieht aus Schottland nach England und sucht bei der Verwandten Unterschlupf und Schutz. Die andere, Elisabeth, ist entsetzt über diesen ungebetenen Besuch und fürchtet um die Krone, denn Maria hat Anspruch auf dieselbe. Ganz klar: Maria muss weg!
In welcher Wechselwirkung stehen persönliche Interessen und die große Politik? Wie ist es bestellt um das Verhältnis von Weiblichkeit und Macht? Und wann kann Angst produktiv sein? Diesen Fragen wollen wir uns gemeinsam mit dem künstlerischen Inszenierungsteam in dieser Fortbildung textlich und spielpraktisch widmen.
Leitung: Philipp Teich. Für Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Schulungszentren der Fächer Deutsch, Ethik und Geschichte. Termin 25.01.2018

DIE 10 GEBOTE

nach DEKALOG von Krzysztof Kieślowski und Krzysztof Piesiewicz
für die Bühne bearbeitet von Nuran David Calis
Eine Produktion der Bürgerbühne

In Krzysztof Kieślowskis legendärem Filmzyklus dekalog ist jedem der zehn kurzen Spielfilme jeweils eines der zehn Gebote aus dem Alten Testament lose zugeordnet. Die Figuren, z. B. Dorota, die ein Kind von ihrem Geliebten erwartet, während ihr Mann Andrzej im Sterben liegt, oder der junge Jacek, der den Taxifahrer Waldemar brutal ermordet, verstricken sich in Situationen, die von Liebe, Leidenschaft, Schmerz und Tod erzählen.
In Nuran David Calis’ Inszenierung werden Kieślowskis Spielszenen mit biografischen und aktuellen thematischen Bezügen verknüpft. Gemeinsam mit einem gemischten Ensemble aus Bürger*innen und Schauspieler*innen geht es um die Frage nach der Bedeutung der zehn Gebote in einer Welt, die auf der einen Seite immer säkularer wird und auf der anderen immer fundamentalistischer. Welche Rolle spielen die zehn Gebote heute, in religiöser, moralischer und politischer Hinsicht? Warum werden sie ständig gebrochen, während kaum jemand ihre prinzipielle Gültigkeit anzweifelt? Oder müssen wir die zehn Gebote neu erfinden? Der Dramaturg der Inszenierung fokussiert in dieser Fortbildung die Tauglichkeit der zehn Gebote im Jahr 2018 auch spielpraktisch.
Leitung: David Benjamin Brückel, Dramaturg. Für Lehrkräfte an Oberschulen und Gymnasien der Fächer Religion und Ethik. Termin: 19.03.2018