Jurek Becker

Autor
wurde am 30. September 1937 in Lodz/Polen geboren. Von 1939 bis 1945 wuchs Becker im Ghetto in Lodz auf und wurde später in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen inhaftiert. 1945 siedelte er in den Ostteil Berlins über, wo er Deutsch lernte, von 1957 bis 1960 Philosophie an der Humboldt-Universität studierte und Mitglied der SED wurde. 1960 musste Becker aus politischen Gründen die Universität verlassen und ging an die Filmhochschule Babelsberg. Becker ist Autor zahlreicher Drehbücher. 1969 wurde sein erster Roman veröffentlicht – JAKOB DER LÜGNER, welcher weltbekannt und zweimal verfilmt wurde. Für seinen zweiten Roman – IRREFÜHRUNG DER BEHÖRDEN– erhielt Jurek Becker den Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen. Er wurde in den Vorstand des Schriftstellerverbands der DDR gewählt und 1975 mit dem Nationalpreis ausgezeichnet.
Weil er aber 1976 mit elf anderen Autoren gemeinsam schriftlich gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns protestierte, schloss ihn die SED im November 1976 aus. Ein Jahr später verließ er den Schriftstellerverband aus Protest gegen den Ausschluss seines Kollegen Reiner Kunze. Daraufhin wurden seine Bücher in der DDR nicht mehr gedruckt. Von 1978 an lebte Jurek Becker mit einem zunächst auf zwei Jahre, dann bis 1989 befristeten Visum in Westberlin. 1986 erschien sein Roman BRONSTEINS KINDER und er schrieb das Drehbuch für die Fernsehserie LIEBLING KREUZBERG, für die er 1987 zusammen mit Heinz Schirk und seinem langjährigen Freund Manfred Krug den Adolf-Grimme-Preis in Gold bekam. Im Winter 1995/1996 wurde bei Jurek Becker Darmkrebs diagnostiziert. Er starb daran am 14. März 1997 in seinem Landhaus in Sieseby/Schleswig-Holstein.


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