Nachruf und Trauerfeier für Dieter Görne

Am 4. Januar 2023 ist Dieter Görne im Alter von 86 Jahren gestorben.

Trauerfeier für Dieter Görne

Am 29. Januar 2023 um 11.00 Uhr laden wir zu einer Matinee im Schauspielhaus ein.
Der Eintritt ist frei. Platzkarten erhalten Sie an den Vorverkaufskassen des Staatsschauspiels Dresden.

Ein Kondolenzbuch für Ihre Beileidsbekundungen liegt am 29. Januar 2023 im Anschluss an die Veranstaltung im Parkettfoyer aus, vom 30. Januar bis 4. Februar 2023 im Kassen- und Servicezentrum im Schauspielhaus.

Prof. Dieter Görne war nach seinem Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie in Leipzig zunächst als Schauspieldramaturg am Theater Anklam (1958 bis 1960), als Schauspieldramaturg und Chefdramaturg am Theater Plauen (1960 bis 1965) und als Schauspieldramaturg am Deutschen Nationaltheater Weimar (1965 bis 1968) tätig. Von 1968 bis 1974 übernahm er die Leitung der Arbeitsgruppe „Regest-Ausgabe aller an Goethe gerichteten Briefe“ an den Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur – Goethe-Schiller-Archiv in Weimar. 1971 promovierte er in Jena bei Prof. Joachim Müller. Weitere zehn Jahre war er als stellvertretender Chefdramaturg am Deutschen Nationaltheater Weimar, als Chefdramaturg an den Städtischen Theatern Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) und seit 1984 am Staatsschauspiel Dresden tätig. 1990 erfolgte die Berufung zum Intendanten des Staatsschauspiels Dresden. Nach elf Jahren trat er Ende der Spielzeit 2000/2001 in den Ruhestand.

„Wir trauern um einen großen Theaterleiter und besonderen Menschen. Mit dem Tod von Prof. Dieter Görne verliert das Staatsschauspiel Dresden einen herausragenden Theaterschaffenden, der das ‚Theater in der Zeitenwende‘, wie er es selbst genannt hat, über 17 Jahre wesentlich geprägt und zu einem der ersten Häuser gemacht hat. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie“, so Joachim Klement, Intendant des Staatsschauspiels Dresden.

„Dieter Görne hat bereits als Chefdramaturg das Profil des Staatsschauspiels Dresden geprägt und für eine große künstlerische Offenheit und Vielfalt gesorgt. Hier bin ich ihm zum ersten Mal begegnet und konnte miterleben, wie er Spielpläne entwickelte und neuen Texten und Autor*innen zum Durchbruch verhalf. In den 1990er Jahren hat er als Intendant ein junges Leitungsteam, zu dem Hasko Weber, Heike Müller-Merten, Tobias Wellemeyer und Eva Heldrich gehörten, gebildet und gefördert. Mit seiner Bildung und intellektuellen Präsenz hat er künstlerische Prozesse begleitet und geschützt. Bis in die letzten Monate hinein hat er Anteil an der Arbeit des Staatsschauspiels Dresden genommen, sie aufmerksam, kritisch und mit viel Empathie verfolgt“, so Jörg Bochow, Chefdramaturg und stellvertretender Intendant am Staatsschauspiel Dresden.

„Dieter Görne war für mich Wegbereiter und vertrauensvoller Partner. Ich habe von ihm gelernt, was meine gesamte Theaterarbeit bis heute prägt. Sein künstlerisches Denken, seine Weitsicht und seine soziale Zugewandtheit haben die Entwicklung des Staatsschauspiels Dresden in den neunziger Jahren ermöglicht und befördert. Er teilte seine Verantwortung und vertraute der ihm nachfolgenden Generation die entscheidenden Bereiche Ensemble, Dramaturgie und Ausstattung an. Damit setzte er die Transformation des Hauses zu einem der wichtigsten Theater der Republik in Gang. Für mich bleibt Dieter Görne ein Vorbild und die Erinnerung an unsere gemeinsame Arbeit ein Kompass für alle Herausforderungen, die vor uns liegen.“ Hasko Weber, Generalintendant DNT und Staatskapelle Weimar

Darüber hinaus war Prof. Dieter Görne seit 1991 Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Bühnenvereins und Mitglied des Präsidiums des Deutschen Bühnenvereins.
1994 wurde Görne zum Honorarprofessor für Geschichte und Dramaturgie des Sprechtheaters an der Hochschule für Bildende Künste Dresden ernannt. Im selben Jahr wurde er auch Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main, 1995 Präsidiumsmitglied und Vorsitzender der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins. Im Jahr 2000 wählte ihn die Deutsche Akademie für Darstellende Künste zum Vizepräsidenten. Für seine langjährigen Verdienste um das Staatsschauspiel wurde Prof. Dieter Görne 2003 zum Ehrenmitglied ernannt. Im selben Jahr erhielt er das Bundesverdienstkreuz (I. Klasse).

Foto: HL Böhme

Die Beisetzung erfolgt im engsten Familienkreis. Statt Blumen bittet die Familie um eine Spende zugunsten der Tafel Sachsen, Stadt- und Kreissparkasse Leipzig, IBAN: DE91 8605 5592 1090 1310 34, Stichwort: Dieter Görne.