Staatsschauspiel Dresden mit ZukunftsGut ausgezeichnet

Deutschlands erster Preis für institutionelle Kulturvermittlung
Das Staatsschauspiel Dresden wurde gestern, am 12. September 2018, mit dem erstmals durch die Commerzbank-Stiftung vergebenen ZukunftsGut-Preis für institutionelle Kulturvermittlung ausgezeichnet. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und ist für die strategische Weiterentwicklung der Vermittlungsarbeit des Staatsschauspiels Dresden vorgesehen. Auf den Plätzen zwei und drei finden sich das Historische Museum Frankfurt und das Theater Oberhausen.

Miriam Tscholl
, die gemeinsam mit dem damaligen Intendanten des Staatsschauspiels Dresden, Wilfried Schulz, die Bürgerbühne gründete, und sie seitdem erfolgreich leitete und weiterentwickelte, über die Auszeichnung: „Wir freuen uns, dass die Bürgerbühne Dresden in ihrem zehnten Jahr diese Auszeichnung erfährt. Die Idee ist damit längst kein lokales Pionierprojekt mehr, sondern hat sich überregional durchgesetzt. Das beachtliche Preisgeld wird in zusätzliche Projekte fließen und damit der Stadt Dresden und ihren Bürger*innen zugutekommen. Zuerst feiern wir aber ein Fest, zu dem wir demnächst einladen!“.

Der Intendant des Staatsschauspiels Dresden, Joachim Klement: „Ich freue mich sehr für das Haus über die Würdigung und Auszeichnung der Arbeit der Bürgerbühne und besonders für Miriam Tscholl. Belohnt wird mit dem Preis nicht nur die Initiative, sondern auch die Konsequenz mit der diese Arbeit seit Jahren vom Staatsschauspiel beispielhaft und zukunftsweisend mit und für die Bürgerinnen und Bürger von Stadt und Land betrieben wird. Über die Auszeichnung sind wir stolz, sie ist für uns aber auch ein Ansporn, das Format in Zukunft immer weiter zu entwickeln.“

Insgesamt 125 Kultureinrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich um den „ZukunftGut 2018“ beworben. Das gesamte Spektrum der institutionellen Kulturlandschaft war vertreten von Museen und Theatern bis zu Literatur- und Konzerthäusern. Zentrale Voraussetzungen für eine Teilnahme bei ZukunftsGut waren die strukturelle Verankerung und die strategische Ausrichtung von Kulturvermittlung im eigenen Haus. Dies beinhaltet, das Publikum aktiv in die Präsentation von künstlerischem kulturellem Erbe einzubeziehen. Im Bewerbungsaufruf hieß es dazu: „Nur wenn Kultur persönlich erlebbar wird, bewegt sie Menschen.“

Im Urteil der Jury bewegt sich das Staatsschauspiel Dresden mit seinen Bürgerbühnen am sichersten im Spannungsfeld von Bewahrung und zeitgemäßer Darstellung. „Die Bürgerbühnen bieten dem Publikum ein Höchstmaß an Beteiligung“, so Astrid Kießling-Taşkın, die im Vorstand der Stiftung zuständig ist für den Bereich Kultur. „Das bringt auch das Theater selbst in Bewegung. Die Impulse von außen verändern den internen Blick auf das kulturelle Erbe und die Arbeit daran. Ein Fluss kommt in Gang, in dem sich das Theater mit der Gesellschaft bewegt und weiterentwickelt“, präzisierte Kießling-Taşkın.
Mit seinem Konzept nimmt das Staatsschauspiel Dresden eine Vorreiterrolle ein. Andere Theater in Deutsch­land haben die Idee der Bürgerbühne bereits aufgegriffen. Birgit Mandel, Professorin für Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim und Mitglied im Stiftungsrat der Commerzbank-Stiftung, führte als fachliche Leiterin der neunköpfigen Jury von ZukunftsGut in ihrer Laudatio aus: „Das Staats­schauspiel ist Erfinder einer eigenen Theatersparte: der Bürgerbühne. Ihr grundlegendes Element ist die Zusammenarbeit mit der Stadtgesellschaft. Hier verhandeln Bürgerinnen und Bürger mit theatralen Mitteln Themen, die sie bewegen, und zeigen sie auf den Bühnen des Hauses. Und das nicht nur als ein­maliges Projekt: Die wechselnden Produktionen sind dauerhafter Bestandteil des Spielplans.“

Die Mitglieder der Jury von ZukunftsGut 2018 sind:

  • Inez Boogaarts, Geschäftsführerin der Zukunftsakademie Nordrhein-Westfalen
  • Tom Braun, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung
  • Teresa Darian, Spezialistin kulturelle Bildung in der Kulturstiftung des Bundes
  • Marc Grandmontagne, Geschäftsführender Vorstand Deutscher Bühnenverein
  • Max Hollein, Generaldirektor Metropolitan Museum New York
  • Astrid Kießling-Taşkın, Vorständin Commerzbank-Stiftung
  • Uwe Koch, Koordinator Europäisches Kulturerbejahr 2018 in Deutschland (Geschäftsstelle Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz)
  • Birgit Mandel (fachliche Leitung), Professorin für Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim und Stiftungsratmitglied der Commerzbank-Stiftung
  • Sabine Rückert, stellvertretende Chefredakteurin von „Die Zeit“

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Fotos zum Download
Bildunterschriften:
Bild 1: Miriam Tscholl, Leiterin der Bürgerbühne, Joachim Klement, Intendant des Staatschauspiel Dresden, Klaus-Peter Müller, Stiftungsratsvorsitzender der Commerzbank-Stiftung
Bild 2: Astrid Kießling-Taskin, Vorstand der Commerzbank-Stiftung, Joachim Klement, Intendant des Staatschauspiel Dresden, Miriam Tscholl, Leiterin der Bürgerbühne