Pilotprojekt „Klimabilanzen in Kulturinstitutionen“ erfolgreich abgeschlossen

Nachhaltigkeit ist an unserem Haus ein wichtiges Thema. Das Staatsschauspiel Dresden hat daher das Angebot, am Pilotprojekt „Klimabilanzen in Kulturinstitutionen“ der Kulturstiftung des Bundes teilzunehmen, gerne angenommen. 19 Kultureinrichtungen bundesweit wurden dabei unterstützt, eine Klimabilanz zu erstellen und den CO2-Fußabdruck ihrer Häuser zu ermitteln.

In einem viermonatigen Prozess erhielten wir sowohl Unterstützung bei der Bilanzierung als auch ein spezifisches Klima-Coaching, um den Wissenstransfer im Haus über ein verbessertes Umwelthandeln zu gestalten. Auf diese Weise ermittelten wir Zahlen und Werte die nun gleichzeitig Standortbestimmung und Grundlage für die individuelle Strategieentwicklung sind. Der Fokus der Erhebung lag insbesondere auf folgenden Emissionsquellen: Infrastruktur (Strom- und Wasserverbrauch, Wärme/Kälte, Abfall), Mobilität (der Mitarbeiterinnen, der Besucher, der Künstler und der Gegenstände/Transporte) sowie Beschaffung (für Werkstätten, Verwaltung oder Gastronomie).

Die erste Auswertung der erhobenen Zahlen ergaben für das Staatsschauspiel Dresden, dass der größte Anteil des CO2-Ausstoßes durch Mobilität entsteht – und hier insbesondere durch die An- und Abreise unserer Zuschauer*innen. Wir hoffen, dass durch die Inkludierung des ÖPNV ab dem regulären Spielbetrieb (ohne Covid 19-bedingte Einschränkungen) ins Theaterticket hier noch eine Senkung des CO2-Ausstoßes zu erreichen ist. Die Eintrittskarte ist dann für unsere Zuschauer*innen gleichzeitig auch der Fahrschein für die Fahrt ins Theater und wieder nachhause. Der zweitgrößte Anteil entfällt auf den Bereich Energie. Hier schlägt sich insbesondere der Energiebedarf für die Bühnentechnik (Scheinwerfer, Beleuchtung, etc) sowie Heiz- und Kühlkosten nieder – und das, obwohl in den vergangenen Jahren bereits große Anpassungen in diesem Bereich vorgenommen wurden (Umstellung auf LED, Näherungsschalter etc.).

Intendant Joachim Klement: „Für uns war das Projekt eine gute Gelegenheit, um möglichst genaue Zahlen für das Jahr 2019 aus vielen verschiedenen Bereichen zu erheben. Sie bilden nun die Grundlage, um in Vergleichszeiträumen sauber evaluieren zu können und so dem Ziel eines nachhaltig arbeitenden Theaters Schritt für Schritt näher zu kommen.“
Mit dem von der Europäischen Kommission vorgelegten Green New Deal sollen die Netto-Treibhausgasemissionen in der EU bis 2050 auf Null gesenkt werden. Deutschlands Ziel ist es, die Emissionen bis 2030 gegenüber 1990 um 55 % zu senken. Das sind große Ziele, die nur erreicht werden können, wenn sie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden und dieser Transformationsprozess auch im Kulturbereich stattfindet.

Folgenden Einrichtungen haben sich am Projekt der Kulturstiftung des Bundes beteiligt:
Deutsches Nationaltheater Weimar, Gedenkstätte Sachsenhausen, Kampnagel Internationale Kulturfabrik, Hamburg, Konzerthaus Berlin, Kunsthalle Rostock, Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt, Kunstverein Hannover, Lenbachhaus, München, Museum Folkwang, Essen, Saarländisches Staatstheater, Saarbrücken, Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin, Stadtbibliothek Berlin-Pankow, Stadtbücherei Norderstedt, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Ludwigshafen, Staatsschauspiel Dresden, Staatstheater Darmstadt, tanzhaus nrw, Düsseldorf, Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe

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