Uraufführung 26.05.2018 › Schauspielhaus

Circus Sarrasani. The Greatest Show on Earth

ein Abend von und mit Rainald Grebe
Auf dem Bild: Ensemble
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Rainald Grebe
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Ruben Langer
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: David Kosel, Anja Laïs
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Kathryn Mlynek, Christina Wintz, Sabine Rieck, Anja Laïs, Yulia Matzke, Ruben Langer
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Marina Poltmann, Ruben Langer, Lucas Lentes, Emil Borgeest, Tillmann Eckardt, Anja Laïs, Tammy Girke, Vivien Foller, Alexander Ganz
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild:Sven Hönig, Klaus-Dieter Werner, David Kosel, Ensemble
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Sven Hönig
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Thomas Eisen, Anna-Katharina Muck
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Marina Poltmann, Maria Teichmann, Paul Wilms, Claudia Korneev, Yulia Matzke, Anna-Katharina Muck, Björn Böttcher, Vivien Foller
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Marlen Brückner, Theresa Tippmann, Yulia Matzke, Sabine Rieck, Vivien Foller, Anna-Katharina Muck, Anja Laïs, Maria Teichmann, David Kosel, Tammy Girke, Emil Borgeest, Thomas Eisen
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Ruben Langer, Rainald Grebe
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Ensemble
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Björn Böttcher, Marlen Brückner, Emil Borgeest, Claudia Korneev, Alexander Ganz, Tammy Girke, Lucas Lentes, Marina Poltmann, Paul Wilms, Tillmann Eckardt
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Christina Wintz
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Paul Wilms, Marina Poltmann, David Kosel, Emil Borgeest, Eva Hüster, Tillmann Eckardt, Anna-Katharina Muck, Alexander Ganz, Lucas Lentes
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Kathryn Mlynek, Sabine Rieck
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Kathryn Mlynek
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Tammy Girke, Thomas Eisen, Marina Poltmann, Ensemble
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Sabine Rieck
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Rainald Grebe, Irene und Konrad Eißler (die Eikins)
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Alexander Ganz, Anna-Katharina Muck
Foto: Sebastian Hoppe
Auf dem Bild: Anna-Katharina Muck, Björn Böttcher
Foto: Sebastian Hoppe
Handlung
Jahrelang gab es für viele nichts Aufregenderes als einen Zirkusbesuch. Menschen aller Stände, Klassen und Schichten strömten auf der Suche nach dem wohligen Schauer hinter sicheren Gittern, dem atemlosen Staunen über waghalsige Salti und der hemmungslosen Heiterkeit der Clowns in das Rund der Arena. Keiner, der je dort war, konnte den Geruch von Sägespänen, Tieren, Schweiß und Popcorn vergessen; keiner die Erwartung, gerade heute den ungeheuerlichsten Attraktionen aus den entlegensten Orten der Welt zu begegnen. Live, handgemacht, ohne Netz und doppelten Boden!
Zu jenen magischen Orten der Unterhaltung gehörte der Circus Sarrasani. Um 1900 von Hans Stosch-Sarrasani in Dresden gegründet, war er bald einer der größten und elegantesten in Europa. Kurz vor dem 1. Weltkrieg wurde in der Dresdner Neustadt ein festes Zirkusgebäude errichtet, das „Theater der 5000“. Heute scheint die Zeit des Zirkus zu Ende, nicht nur in Dresden. Die Gründe sind vielfältig. Der Zirkus war Weltausstellung, Völkerschau, Panoptikum und Jahrmarkt. Doch nie galt er als Kunstform, nie erfuhr er staatliche Förderung, immer stak er mittendrin in der Marktwirtschaft. Ein internationales Ding. Ein Riesenunternehmen. Ein Übertreibungsapparat. – Rainald Grebe macht sich auf die Suche nach Sarrasani, nach dem verlorenen Zirkus, auf die Suche nach Artisten und Raubtieren, nach U und E. Manege frei für ein Stück Dresden.
Dauer der Aufführung: 2 Stunden und 50 Minuten.
Eine Pause.
Video
Nächste Termine
http://www.staatsschauspiel-dresden.de/
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
20
Di
Nov
19.30 - 22.20 Uhr
Schauspielhaus
ein Abend von und mit Rainald Grebe
19.00 Einführung
Preis: 11 € bis 28 €
Pressestimmen
„Rainald Grebe zelebriert mit 30 Akteuren eine wilde Varietéshow.“
Andreas Herrmann, 28.05.2018, Dresdner Neueste Nachrichten
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28.05.2018
„Nach achtzig Minuten, in denen man viel gelacht, ergreifende Bilder, tolle Artistik und Zauberei, einiges an Aufklärung und guter Musik samt Chorgesängen erlebt hat, verlässt man den Saal hoch beschwingt in der Meinung, just großes Theater erlebt zu haben. Mehr noch: Man fragt sich, wie das nach der Pause noch zu steigern sein soll – und warum es überhaupt weitergeht. Doch der Nachsatz zu ‚Circus Sarrasani‘, am Sonnabend im Schauspielhaus vom Premierenpublikum nach weit über drei Stunden lange gefeiert, lautet: ‚The Greatest Show on Earth‘.
Und das nicht zu unrecht, denn die kurze Geschichte des ‚Circus Sarrasani‘, die in Dresden kurz vor Weihnachten 1912 am Königin-Carola-Platz begann, ist zwar eine großartige, aber in Summe doch recht traurige und endete nach nicht einmal einem Drittel Jahrhundert im Bombenhagel in der Nacht zum Aschermittwoch 1945, als früh um Vier die heiße Kuppel des einst größten und modernsten Zirkusbau Europas, in der mehrere brennende Phosphor-Bomben steckten, zusammenbrach – zwölf Mitarbeiter, hunderte Tiere sowie eine internationale Erfolgsgeschichte starben.
Klaus-Dieter Werner als Gastspieler, der mit seinen 107 Zentimeter Höhe aus eigener Anschauung exotische bis diskriminierende Erlebnisse zu schildern weiß, und hier vor allem als Napoleon für ambivalente Belustigung sorgt, ist oft mit Grebe unterwegs, während Janna Skroblin schon immer seine Bühnenbilder gestaltet. Kostümbildnerin Ira Hausmann, die hier sehr viel phantasievolle Arbeit hatte, kennt Grebe schon aus Zeiten seines Puppenspielerstudiums im frisch vereinnahmten Ostberlin, vor seiner Zeit als Weltenbummler der reflektierenden Art mit dichter Liebe zur Peripherie, wo Grebe als Dramaturg, Theater- und Liedermacher wirkt.
Hier zelebriert er gemeinsam mit 30 Akteuren eine wilde Varietéshow, die Elemente eines ironischen Kessel Buntes und rührendem Doku-Bürgertheater beinhaltet, weil auch alle Laienakteure ihre Besonderheiten zeigen. Dabei wird gezaubert, gebauchtanzt, auf dem blanken Drahtseil (Ruben Langer) balanciert oder im roten Vertikaltuch (Christina Wintz) geturnt, werden Riesenseifenblasen generiert, Messer geworfen, acht weiße Studententiger dressiert. Oft wird eingeschwebt, gesungen, getanzt – die Zirkusexotik und der Nervenkitzel gefeiert wie angeprangert.
Großartig bei den durchgespielten Schauspielszenen: Anja Laïs als Clown und der Ausbruch von Thomas Eisen aus seiner Rolle. Aber am meisten bleiben die großen Chorszenen in Opernoptik in Erinnerung: Die Indianerankunft von 1913 mit sächsischem Volksliedgut, wo sich der halbe Saal schon ob des lange schweigenden Anblicks kaputt lacht. Und die Fahrt per U-Boot nach England, von oben per Werner und Zeppelin erfolgreich verhindert.
Ein guter, sehr komplexer wie aufwändiger Theaterabend.“
Andreas Herrmann, Dresdner Neueste Nachrichten
„Ein bunter, bilderreicher, turbulenter Abend im Schauspielhaus Dresden. Manege frei für Träume und Illusionen.“
Adina Rieckmann, Mai 2018, MDR Sachsenspiegel
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Mai 2018
„Der Name Sarrasani steht für ganz große Zirkuskunst, Theater und Attraktionen. Die bewegte Geschichte dieser berühmten Zirkusfamilie aus Sachsen hat jetzt Premiere im Schauspielhaus Dresden. Der Sänger und Kabarettist Rainald Grebe führte Regie bei diesem turbulenten Stück. Der Künstler zeigte sich vor der Uraufführung beeindruckt von der Familiengeschichte, bei der der Name Sarrasani Fluch und Segen zugleich war.
Artisten und Schauspieler führen durch diesen bunten, bilderreichen, turbulenten Abend im Schauspielhaus Dresden.
Manege frei für Träume und Illusionen. Die große Zeit der Zirkusattraktionen in Dresden ist vorbei. Auch das erzählt das Schauspielhaus, durchaus melancholisch.“
Adina Rieckmann, MDR Sachsenspiegel
„Bitterböse, tieftraurig und schreiend komisch. Spielfreude pur in einer ausgelassenen, kunterbunten Theater-Wundertüte. Großer Jubel.“
Heiko Nemitz, 28.05.2018, Dresdner Morgenpost
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28.05.2018
„Bitterböse, tieftraurig und schreiend komisch.
Sven Hönig erzählt als Flohzirkusdirektor die Geschichte der Institution Sarrasani, die zu ‚Dresden gehört wie der Zwinger‘. Sie führt durch Weltkriege, Nazi- und DDR-Zeit, erfährt Aufstieg, Ruhm, und Niedergang. Da gibt es Welttourneen, da verrät eine Raubtierdomteurin ihre Sucht nach der täglichen Spannung, da kommt ein Indianerstamm zu Gast – der Shantys singt, was unfassbar witzig ist. Berührend Grebes Interview mit dem echten Künstlerpaar Irene und Konrad Eißler, die ohne Bitterkeit berichten, wie auch Artisten nach der Wende abgewickelt wurden.
Dazwischen immer wieder hinreißende Zirkus-Attraktionen, mal eine Messerwerfer-Parodie, mal poetische, atemberaubende Artistik am Kletterseil. Eine Live-Band (mit Schauspieler Thomas Eisen an Gitarre und Bass) spielt dazu Adeles bombastischen Bond-Song ‚Skyfall‘. Überhaupt mischt sich das Ensemble um die glänzend aufgelegte Anna-Katharina Muck immer wieder unter die Sänger, Tänzer und Artisten – Spielfreude pur in einer ausgelassenen, kunterbunten Theater-Wundertüte. Großer Jubel.“
Heiko Nemitz, Dresdner Morgenpost
„Eine Geschichte über die Verzauberung der Zuschauer durch die Kunst.“
Stefan Petraschewsky, 27.05.2018, MDR Kultur
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27.05.2018
„Die Geschichte dieses Zirkus' ist damals trotz aller Umstände immer wieder eine Geschichte der Superlative. Als ‚Sarrasani‘ in den 1920er-Jahren vor der Inflation in Deutschland nach Argentinien auf große Gastspielreise ‚flieht‘, müssen zwei Dampfschiffe für den Tiertransport umgebaut werden. 200 Pferde, 100 Raubtiere, 30 Elefanten – das ist so die Größenordnung.
Sofort drängt sich das Bild von der Arche Noah auf. Wie überhaupt diese ganze Zirkuswelt an den Schöpfungsbericht in der Bibel erinnert: Wenn Grebe die ‚Sarrasani‘-Geschichte auf die Bühne bringt, aber auf der zweiten Ebene eine Schöpfungsgeschichte einfügt, die von einer besseren Welt erzählt. Und auf der dritten Ebene ist es dann eine Geschichte über die Verzauberung der Zuschauer durch die Kunst.“
Stefan Petraschewsky, MDR Kultur
„Wenn Anna-Katharina Muck und Thomas Eisen als Duo von der Ankunft der Sioux-Indianer am Dresdner Hauptbahnhof berichten, dann treffen sich brillant Humor und Spiel.“
Sebastian Thiele, 28.05.2018, Sächsische Zeitung
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28.05.2018
„Wenn Anna-Katharina Muck und Thomas Eisen als Duo von der Ankunft der Sioux-Indianer am Dresdner Hauptbahnhof berichten, dann treffen sich brillant Humor und Spiel.
Das Publikum darf auch ganz verzückt sein, zum Beispiel wenn die Vertikaltuch-Künstlerin Christina Wintz geschmeidig hoch über dem Boden Kraftakte vollführt. Oder die Luftartistin Kathrin Mlynek Hula-Hoop-Reifen mehr als nur tanzen lässt.“
Sebastian Thiele, Sächsische Zeitung
„Im Laufe der dreistündigen Veranstaltung wird neben der lokalen Verortung auch deutlich, dass die Historie des Zirkus auch genug Stoff für großes Welttheater hat.“
Philipp Demankowski, Sommer 2018, TOP Magazin Dresden
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Sommer 2018
„Ein höchst seltsames Unterfangen auf einer Theaterbühne, ein bezauberndes aber allemal. Im Laufe der dreistündigen Veranstaltung wird neben der lokalen Verortung auch deutlich, dass die Historie des Zirkus auch genug Stoff für großes Welttheater hat. Es gibt Nummern von Artisten, Messerwerfen und Clownerien. Sogar eine wunderschöne, träumerisch inszenierte Kuriositätenshow wird am Anfang des Abends geboten.
Von der über 30-köpfigen Darstellerriege aus ehemaligen und aktiven Artisten sowie Ensemblemitgliedern des Schauspielhauses ragen insbesondere Anna-Katharina Muck und Thomas Eisen heraus, die als Reporter immer wieder das unsichtbare Geschehen außerhalb der Bühne köstlich kommentieren. Nicht alles läuft rund während der Vorstellung, doch stets hat man das Gefühl, das bunte Treiben hat Methode, das Chaos Prinzip.“
Philipp Demankowski, TOP Magazin Dresden