01.01.2022 › Schauspielhaus

Ein Mann im Schnee

Weihnachten mit Erich Kästner
mit Walter Sittler & Die Sextanten
Auf dem Bild: Walter Sittler
Foto: Stefan Nimmesgern
Foto: Oliver Killig
Foto: Oliver Killig
Foto: Oliver Killig
Handlung
„Komm’ mir ja nicht ohne die Weihnachtsgeschichte nach Hause!“, ruft Mutter Kästner ihrem Sohn nach, als der junge Erfolgsautor am Dresdner Bahnhof aufbricht gen Süden, zur Zugspitze, in der Hoffnung, dort, von schneebedeckten Bergen inspiriert, endlich eine Geschichte zu Papier zu bringen, die im Winter spielt. Da sitzt er nun auf der blumenbedeckten Wiese mitten im Hochsommer, der spätere Autor weltberühmter Wintergeschichten wie DAS FLIEGENDE KLASSENZIMMER oder DREI MÄNNER IM SCHNEE, schaut auf die Berge und aus seinen Gedanken erwachsen Anekdoten und Beobachtungen, von denen er zu erzählen beginnt. Leise rieselt der Schnee, in den Bergen stürzen die Skifahrer und in Berlin die Passanten auf eisglatten Gehsteigen, in den ausgelassenen 1920er Jahren.

Im zweiten Teil des Stücks findet sich der Autor in einem zugigen, ausgebombten Zimmer im München des Hungerwinters 1945 wieder. In letzter Minute dem Bombenhagel in Berlin entkommen, ist er hier gelandet, reflektiert Vergangenes und schaut nach Vorn.

Dieses Kästner-Programm ist eine in sich abgeschlossene Erzählung in zwei Teilen, die Geschichte eines Mannes, dessen Gedanken und Erlebnisse sich zu einer Winterreise fügen, beginnend in den 1920ern bis zum Silvesterabend 1945. Und Erich Kästner wäre nicht der Dichter, als der er geliebt und geschätzt wird, würde er das Sujet „Weihnachten“ nicht nutzen, um dabei seinen analytischen Blick auf die Zeit und den Menschen zu richten, ein humorvoller Beobachter und scharfzüngiger Mahner von nicht zu bremsender Aktualität.

Und das soll eine Weihnachtsgeschichte sein? Oh ja! Keine, die von Kitsch trieft, aber eine, die von Krieg und Frieden erzählt, von Liebe und Demut und davon, wie die Menschen miteinander umgehen könnten, wenn sie nur wollten. Eine Weihnachtsgeschichte, die von den Grundfragen des Menschseins handelt. Und typisch Kästner: Melancholische und ironische Momente wechseln sich ab, eine Melange aus Humor und Nachdenklichkeit. Libor Síma hat für die außergewöhnliche Besetzung der Sextanten die Bühnenmusik komponiert und darüber hinaus einige der schönsten europäischen Weihnachtslieder neu arrangiert.
Besetzung
Komposition
Libor Síma
Textbearbeitung, Regie, Produktion
Martin Mühleis
Zeichnungen
Mario Lars
Kostüme
Vera Löffler
Licht
Birte Horst
Ton
Thorsten Schreijäg / Mia Becker
Rezitation und Schauspiel
Walter Sittler
Die Sextanten
Uwe Zaiser (Trompete), Libor Síma (Saxophon), Lisa Barry (Violine), Lars Jönsson (Harmonium), Ralf Zeranski (Kontrabass), Marc Strobel (Schlagzeug)
Termine
http://www.staatsschauspiel-dresden.de/
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
Zu Gast
1
Sa
Jan
19.30 Uhr
Schauspielhaus
Weihnachten mit Erich Kästner
mit Walter Sittler & Die Sextanten
Preis: 23 € bis 37 €
Frühbucher