Premiere 13.06.2020 › Kleines Haus 1

Gier

von Sarah Kane
aus dem Englischen von Marius von Mayenburg
Handlung
Vier Buchstaben, A, B, M und C, stehen für vier Stimmen, die um ihr Leben reden, obwohl sie innerlich an einer Überdosis Sehnsucht gestorben sind. Da ist eine Frau, die von Erinnerungen an Ereignisse gequält wird, diese aber nicht als ihre eigenen entschlüsseln kann. Eine weitere Frau, die sich für die Erfüllung ihres Kinderwunsches vergewaltigen lassen würde. Und zwei Männer, der eine getrieben von zärtlichen Missbrauchsgedanken, der andere unfähig, seine Gefühle zu artikulieren. Die Aussagen der Stimmen beziehen sich aufeinander und gleichzeitig auch nicht. Auf der Suche nach Liebe und einem anderen Selbst wühlen sie sich durch Selbstgespräche und Dialoge: alleine, zu viert, zu tausenden. Sie essen, sie philosophieren, sie reißen Witze, sie fordern sich heraus, sie zerstören sich und einander, sie sehnen sich nach dem Tod und haben gleichzeitig Angst, ihn zu spüren.
Die britische Autorin Sarah Kane (*1971) studierte Theaterwissenschaft und Szenisches Schreiben. Sie wurde Hausautorin am Paines Plough Theater in London, verfasste fünf Theaterstücke und führte bei eigenen und fremden Stücken Regie, bevor sie 1999 Selbstmord beging. Das durch ihr kurzes Leben begrenzte Gesamtwerk gehört zum Kontroversesten, das die englische Theaterszene in den 1990er Jahren geprägt hat. Alle fünf Stücke beschäftigen sich mit dem Thema Liebe in Zeiten von gegenseitiger Manipulation, Zerstörung und Abhängigkeit.
Besetzung