Uraufführung 06.04.2019 › Kleines Haus 1

In meinem Namen (AT)

Handlung
Im Namen des Volkes werden juristische Urteile verkündet, im Namen des Wählers politische Entscheidungen getroffen. Zahlreiche Vertreter handeln im Namen jedes Einzelnen aber auch einer großen Allgemeinheit: sie vertreten Interessen von Mandanten vor Gericht, sie legen Geld von Klienten an, sie präsentieren ein Land bei sportlichen Großereignissen oder beim Eurovision Song Contest. Politische Vertreter – Volksvertreter, Abgeordnete, Parlamentarier, Repräsentanten – sprechen in der Öffentlichkeit für ihre Wähler, ihre Partei oder ihre Organisation, sie entscheiden über neue Gesetze, kostspielige Bauvorhaben und umstrittene Obergrenzen. Doch wer kann überhaupt im Namen anderer sprechen? In wessen Namen spricht man selbst? Muss es eine Schnittmenge zwischen dem Vertreter einer Gruppe und der Gruppe selbst geben? Oder kann eine Minderheit vertreten werden durch jemanden, der ihr gar nicht angehört?
Der polnische Regisseur Wojtek Ziemilski begibt sich gemeinsam mit dem Ensemble auf die Suche nach den Grundvoraussetzungen demokratischer Prozesse. Mit den Mitteln des Repräsentationssystems Theater, in dem ein Schauspieler auf der Bühne – sei es als Identifikationsfigur für das Publikum, sei es beim Einnehmen einer Rolle – immer auch für etwas anderes steht, hinterfragt er scheinbar selbstverständlich gewordene Vertretungsvorgänge und untersucht, wer für wen sprechen kann und warum.
Besetzung
Bühne
Musik
N. N.
Dramaturgie
sowie
Jana Lenauer, Beate Schulz, Sigrid Woehl