Premiere 17.09.2021 › Kleines Haus 1

Leonce und Lena

nach Georg Büchner
in einer Fassung von Joanna Praml und Dorle Trachternach
FOTO Sebastian Hoppe
Handlung
„Mein Kopf ist ein leerer Tanzsaal.“ – Der junge Prinz Leonce hat alles und doch nichts. Des Lebens und der Dekadenz überdrüssig, schleppt er sich ohne Ziel und Motivation durch die Tage. Erst wegen der von seinem Vater arrangierten Heirat beschließt er, seinem Schicksal zu entfliehen, nur um ihm direkt wieder zu begegnen: Prinzessin Lena, in die er sich auf seiner Reise – auf Gegen­seitigkeit beruhend – verliebt, entpuppt sich als die für ihn vorgesehene Gattin.
Georg Büchners Lustspiel, entstanden 1836, ist durchzogen von elementaren, philosophischen Fragen, die ironisch verhandelt werden: In welchem Verhältnis steht das Individuum zum Staat? Gibt es den freien Willen, oder ist der Mensch doch bloß ein Automat? Ist das Leben eine stumpfe Abfolge von Ritualen und vorhersehbaren Erlebnissen?
Joanna Praml untersucht mit jungen Menschen von 14 bis 24 Jahren die Phänomene Langeweile, Melancholie und Fatalismus und welchen Veränderungen sie durch die Corona-Pandemie unterliegen. Schule, Universität, Job, Familie mit 1,57 Kindern: Ist die Existenz als Jugendliche*r in unserer Gesellschaft nicht ein einziges Abgehen von vorher schon ausgetretenen Pfaden ohne Möglichkeiten des Auf- und Ausbruchs? Und stellen sich Sinnfragen eher, wenn man zu viel Zeit hat?
Besetzung
Regie und Text
Bühne und Kostüme
Licht
Mit
Flavia Berner, Helene Dulig, Johann Eisen, Antonia Fengler, Christian Göhler, Danny Mlaouhia, Konrad Neidhardt, Hanna Papperitz, Kasimir Pretzschner, Lina Schuster, Anton Stock